Moin moin By alohastone 25 Februar 2007 at 09:09 1 views and have

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Aus der Serie “wie man dumme Gesichter provozieren kann”: Wenn ich arbeiten bin mach’ ich jede Stunde ‘ne Kippenpause. Die muss ich draußen im Auto machen, weil in der Tanke selbst Rauchverbot ist. Wenn ich nun da so im Auto hocke und mir eine schmöke, und ein (Nicht-Stamm-)Kunde cruised mit seiner Karre auf’s Gelände, und ich treffe ihn auf dem Weg vom Auto zurück zur Tanke am Eingang, und grüße ihn mit einem freundlichen “N’Abäääänd” oder “Hallooo”, gibt’s mit 98%iger Wahrscheinlichkeit ein dummes Gesicht. Aber keinen Gruß zurück. Nach dem Motto “Wat labert der Spacken mich denn an? Kenn ich den? Glaube nicht. Halt ich lieber meine Fresse und sag gar nix. Cool gucken is die Devise.”

Warum is das so? Seh’ ich so verpeilt aus? Oder sind die Leute heutzutage zu cool um Menschen zu grüßen die ihnen über den Weg laufen? Oder hab ich einfach zu lange auffem Dorf gewohnt und bin das Jeder-kennt-jeden-und-wenn-nicht-grüßt-man-trotzdem-Prinzip zu sehr gewöhnt? In der Stadt ist das anders, hab ich gemerkt. Einerseits verständlich, wenn ich durch die Fussgängerzone latsche und mir fünfzig Menschen entgegenkommen, sag ich auch nicht jedem Hallo. Aber wenn man nicht gerade in ‘ner crowded area unterwegs ist (nachts an blauen Tankstellen in Industriegebieten steppt nicht wirklich der Bär) und jemanden trifft, dann kann man doch mal Tach sagen, oder nicht?

photo by fabbio

Mein (leider verstorbener) Opa war noch einer von der “alten Schule”. Der hat jeden Tag von früh bis spät im Garten geackert (sehr treffendes Wort BTW). Und er trug immer einen Hut. Und - egal wer am Garten vorbeikam - er hat immer seinen Hut gezogen und gegrüßt. Egal ob er denjenigen jetzt kannte oder nicht. Gut, die meisten kannte er, und so wurde aus dem Hallo gerne mal ein längeres Gespräch am Gartenzaun (Wilson lässt grüßen). Aber auch die “Unbekannten” wurden gegrüßt. Das hat mich immer beeindruckt. Und ich find’s schade dass mit seiner Generation auch die Freundlichkeit auszusterben scheint.

Aber, um auf die Tankstellensituation zurückzukommen, vielleicht bringe ich die Leute auch einfach nur aus dem Konzept. Wenn die nämlich checken dass ich hinter die Theke latsche, und dass ich der Typ bin, der das mit dem Geld regelt, spulen sie ihr eingeprobtes Programm einwandfrei ab: “N’abend. Einmal das und ‘ne Big Box Marlboro bitte. Danke. Schönen Abend noch. Tschüss.”

Alles wandelnde Anrufbeantworter wenn ihr mich fragt.

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One response : “ Moin moin ”

  1. 1
    simon :

    Ja so is das in der City. Ich meines Zeichens wohne immernoch “aufm Dorf”. Naja eigentlich heissen wir Stadt, aber hier im alten Teil kennt man sich eben. Ein Gruß is das an der Tagesordnung, das ist auch gut so. Sehr nice.

    Hat aber auch Nachteile, das Ganze. Neuigkeiten verbreiten sich wie ein Lauffeuer (”Ey, Simon hat n blaues Auge”). Das ganze gipfelte im Sommer darin, dass ein Kumpel, der mit der Hand ins Feuer gefallen ist (Verbrennungen 2. Grades in der Handfläche, wohlgemerkt nur dort), kurzum von der klatschenden Dorf”presse” für tot erklärt wurde. Es folgte eine lustige Begegnung mit nem jüngeren Mädel ausm Nachbardorf: “Jan P.? Ich dachte du bist TOT?!?!”.

    Alles seine Vor- und Nachteile.

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