Heute in Psycho Crazy Scheiss Drauf Stimmung. Hab nämlich heute aus Kollegialität ‘ne Stunde länger gearbeitet (ja, ich bin ein Netter), dadurch konnte ich die von mir so gehasste “Guten-Morgen-Schicht” mal wieder antesten. Goooooott, wie ich sie liebe. Die Sonne ballert einem frontal ins Gesicht wenn man hinter der Kasse steht, dadurch erkennt man weder die Kunden (in die Augen gucken wird ja im Allgemeinen als freundlich empfunden, ist aber nicht so einfach wenn man dabei direkt in die Sonne gucken muss), noch den Bildschirm, auf dem der Betrag und das Wechselgeld (was ich mittlerweile sowieso im Kopf ausrechne - alle die in der Schule Probleme mit Kopfrechnen haben sollten mal an der Kasse arbeiten) angezeigt wird. Gut wer hier eine von diesen geilen Porno-Sonnenbrillen am Start hat. Ich besitze eine solche leider nicht, u.a. wegen der Tatsache dass ich eine Sonnenbrille mit Stärke bräuchte, und Oakleys mit Stärke ein paar hundert Scheine kosten. Leider (?) gehöre ich auch nicht zu den Leuten die größer als 1.90 sind, insofern kann ich der Blendung nicht entkommen.
Zu der Tatsache dass man durch die blendende Sonne nichts erkennt kommt dann noch die Tatsache dass die pralle Sonne - auch wenn es draußen noch arschkalt ist - den Eindruck erweckt als würde es auf einmal tierisch warm werden in diesem Bunker; auch wenn die Klimaanlage unverändert weiterläuft. Und die geile Schnecke die neben mir die Brötchen schmiert, und eiskalt ihre Strickjacke auszieht, weil auch sie die “Wärme” spürt, trägt mit ihrem arsch-affen-geilen Körper auch nicht grade dazu bei dass ich einen kühlen Kopf bewahre. Dabei hab ich mir doch erst vorgestern die Haare abrasiert und laufe mit 2mm-Schnitt durch die Gegend. Bringt alles nichts, mir ist scheisse warm, und die Klimaanlage geht nicht weiter runter.
Und dann kommen andauernd Leute in die Tankstelle. Jut, dat is jetzt nichts außergewöhnliches, eher so …. öh … Standard. Aber nach einer - im positiven Sinne - einsamen Nachtschicht, in der man seine Pappenheimer ja kennt, und locker lässig ne Runde quatschen kann, ist das nen ziemlicher Flash. Die Guten-Morgen-Menschen sind alle frisch geduscht, fit wie’n Turnschuh, auf dem Weg zur Arbeit, und haben’s (meistens) eilig. Voll im Guten-Morgen-Feeling halt. Ich allerdings bin im Feierabend-Feeling, würde den Laden am liebsten dicht machen und mich mit “Schätzelein” (= die Brötchen schmierende Granate, Anm. d. Red.) Bierchen trinkend in die pralle Sonne hauen, und komm so gar nicht auf den Guten-Morgen-Style klar. Irgendwie gelingt mir dieser Switch zwischen Nacht und Morgen auch nach zwei Jahren noch nicht.
Aber was willste machen, Homie? Du stehst nunmal für 60 weitere Minuten an der Kasse, und musst versuchen, auch nach acht Stunden noch zu jedem freundlich und zuvorkommend zu sein. Immerhin weisst du nicht an wen du gerätst, und du könntest es nicht verantworten, einer “sag nichts falsches” Person “so früh am Morgen” schon den Tag zu versauen indem du ihr scheisse kommst. Ein nicht in die Augen gucken reicht ja bei den meisten schon. Oder ein nicht gesagtes “Danke” oder “Guten Morgen”. Gut, du hast davon in den letzten Stunden Hunderte rausgehauen, aber darüber machen sich deine Gegenüber ja keine Gedanken. Und manche Leute sind da halt empfindlich, Alter. Um aus dieser Situation möglichst galant rauszukommen gibt es nur eine Möglichkeit: einen Moment abwarten in dem der Kundenstrom kurz abreißt, und dann was anderes machen. Regale auffüllen zum Beispiel. Und wenn dann ein Kunde kommt, wird die scharfe Schnecke zur Kasse hechten. Die ist auch im Guten-Morgen-Feeling, das verbindet. Und wenn sie Trinkgeld kriegt, landet es in deiner Kasse. Außerdem kannst du bei der Gelegenheit deinem Brain freien Lauf lassen, und die crazy braindroppings an die Oberfläche lassen:
Kunde (um die 50) kommt rein, bringt den Klassiker: “Morgäääääähn!”. Schnecksche sagt: “Morgään.” Dein Brain denkt: “Moinsen Homie, wat geeeeeht’n Alter? Wie hängt der Hammer?” Lachkick, vor dem Regal kniend. Kunde geht, bringt den Klassiker: “Dann schönen Tag noch, wiedersehen”. Schnecksche sagt:”Tschüüühüüüüss!”. Dein Brain denkt: “Hauste rein, Alter. Peace in the middle-east and free willy!”. Schon wieder Lachkick, weil du dir seine Reaktion auf diesen Spruch vorstellen musst.
Diese Situationen wiederholen sich minütlich, dein Brain hat eben ‘ne Ecke weg, und geilt sich an solchen Gedanken extrem auf. Du kannst und willst dagegen nichts machen, auch wenn du darüber nachdenkst dass dich die Schnecke - wenn sie deine Lachkickse mitkriegen würde - gleich als total hirnverbrannt abstempeln würde. Du weisst, damit würde sie gar nicht so falsch liegen, und dein Brain befiehlt dir daher, dich einen Scheissdreck darum zu scheren was Andere von dir denken könnten. Du hast deinen Spaß, mehr als 90% der Bevölkerung um diese Uhrzeit possibly haben können.
Und das ist er dann, der Crazy Scheiss Drauf Moment. Du hast die Grenze überschritten, scherst alle Anderen über einen Kamm, und bildest dir ein, du wärst der Geilste. Alle Anderen können dich am Arsch. Gute Laune macht sich breit. Und die hält an, überflutet alle anderen Hirnströme und macht es sich bequem. Jetzt nem Gleichgesinnten begegnen, das wärs. Alles stehen und liegen lassen, die Klappstühle aus dem Hinterzimmer holen, nen Sixpack klarmachen, und dann einfach vor die sliding door setzen und Leute auslachen. Bill Hicks würde es gefallen, der geht dir dabei durch den Kopf. Einer seiner Sprüche trifft den Nagel auf den Kopf: “Oops, I was taking life seriously. SORRY!”

Flotzge : 03 Mai 2007 at 14:38
muhahaha
aloha du bist der geilste …
Mau Lee Fred : 03 Mai 2007 at 18:17
Du sagst es Flotzge…ich kenne solche Situationen und hätte es aber nie fertig gebracht, es so PERFEKT auszudrücken wie du aloha!
Ich krieg mich nich mehr….^^
Respekt und Robustheit, altah!