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Hip Hop Is Dead

September 14, 07 by alohastone

René freut sich dass die Umsatzzahlen im Hip-Hop zurückgehen, Simon kommentiert dazu, ich kommentier jetzt Simon: Auch Gangsterrap hat seine Daseinsberechtigung. Genauso wie Studentenrap, Müslirap, Conscious-Rap, Battle-Rap und Blödelrap. Schade isses halt nur wenn sich die Medien nur auf eine Schiene beschränken und damit das immer gleiche, einseitige Bild von Hip-Hop zeichnen. Das im Moment aus Musik aus dem Ghetto, Schimpfwörtern, frauenverachtenden Texten, und Gewalt besteht. Aber das geht ja nicht nur uns Hoppern so, das ist ein allgemeines Medien-Problem. “Es dreht sich alles um Gewalt oder Sex” - es ist einfacher die vorgefestigte Meinung der breiten Masse zu unterstützen, und weiter Öl ins Feuer zu gießen. Gibt ja auch mehr Einschaltquoten, wenn man King Orgasmus zu Maischberger einlädt und die Zuschauer permanent mit dem Kopf schütteln und Hip-Hop abstempeln können als eine (mehr oder weniger) inhaltliche Diskussion mit Samy Deluxe.

Seitens der Künstler ist die Bereitschaft ja da, ich sach nur Brothers Keepers und Co. Aber wenn für die Medien keine Kohle rauszuholen ist, haben die da auch keinen Bock drauf. (Gut gemeinte aber schlecht ausgeführte) Ausnahmen bestätigen die Regel.

Gut dass Sony mit seinem Massiv-Kram ordentlich auf die Schnauze fällt, merken die vielleicht auch mal dass ein bisschen mehr dazu gehört um Platten zu verkaufen und Support zu kriegen.

Trotzdem wird sich an dem Angebot für die breite Masse nicht viel ändern. Und wer sich wirklich dafür interessiert, der muss halt Alternative Kanäle nutzen und sich selbst ne Meinung bilden. War schon immer so. Das Problem dass viele Kinder oder Jugendliche das Zeug ungefiltert konsumieren und dann übernehmen müssen die Eltern und der Staat in den Griff kriegen. Die Eltern indem sie ihren Kindern Werte vermitteln, Zeit mit ihnen verbringen, und sie nicht einfach vor dem Fernseher oder PC parken, und der Staat, indem er was in Bildung und Kultur steckt. Interessanter Schulunterricht, Kontakt zu den Schülern, Jugendzentren in denen man seine Zeit verbringen und sich ausleben kann, Jugendveranstaltungen, alternative Programme (in Radio und TV, WDR macht das ganz cool wie ich finde), etc. pp.

Wenn man im Ghetto aufwächst, die Eltern nie für einen da sind, und man keinen Ort hat, an dem man seinen Tag verbringen kann, und auf der Straße und in der Schule nur Gewalt und Drogen mitkriegt, isses kein Wunder dass man sich mit Bushido identifiziert und auf den Zug aufspringt.

Das dann noch auszunutzen indem man Leute wie Massiv pusht um den Kids dafür auch noch ihr Taschengeld abzuknöpfen, und sich dann über illegale Musikdownloads aufzuregen, ist schon arsch hinterfotzig. Aber so sind se, die “Business Assholes”.

Dass die “Rap-Sales” zurück gehen, geht mir dabei aber gewaltig am Arsch vorbei. Ob Jay-Z jetzt 100.000 oder 500.000 Alben verkauft interessiert mich null. Genauso ob 50 Cent jetzt auf Platz 1 steht oder Kanye. Und auch ob Britney Spears bei den VMAs Hauptact ist, oder Kanye. Und wenn Kanye angepisst is wie’n kleines Kind weil er zweimal hintereinander nicht das Sahnestück gekriegt hat, und sich dann im Radio-Interview darüber beschwert, und gleichzeitig von seinen Autos und Cribs schwärmt, kriegt der von mir auch kein Mitleid. Die Spitze des Eisbergs ist doch mehr oder weniger uninteressant. Interessant ist erst das was unter der Oberfläche ist.

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7 mal Senf zu diesem Beitrag

  1. gravatar Herr Merkt sacht:

    Interessante Ansichten.
    Würde ich größtenteils unterschreiben, auch wenn Kayne West den Award verdient hätte.

  2. gravatar alohastone sacht:

    Klar, verdient hätte er ihn allemal. Ich sag ja nicht dass er ihn nicht verdient hätte, oder scheisse released. Kanye macht gute Musik, keine Frage. Ich hör den Kram ja selber gerne. Außerdem hat er seine Finger ja auch bei Common (und anderen) mit drin, die bereichern sich gegenseitig. Und von den Umsatzzahlen her hat er ja auch die Nase vorn.

    Aber ich wunder mich echt dass man sich in dem Alter und nach der Erfahrung im Musikgeschäft noch so über nicht eingehaltene Absprachen und nicht bekommene Awards aufregt. Klar, so’n Award kann man sich in den Schrank stellen, das ist ne Bestätigung für die Arbeit, Zeit und Liebe die man in seine Musik steckt, und nicht zuletzt kurbelt der auch die Plattenverkäufe nochmal ordentlich an. Aber der flennt da rum wie ne Pussy und macht einen auf Mr. Wichtig. Vollkommen egal ob’s da um ein Black&White Ding geht, ob da Kohle geflossen ist, oder sonstwas. So weit oben gibt’s in dem Geschäft keine oder kaum freundschaftlichen Absprachen, da interessiert sich jeder nur für seinen eigenen Geldbeutel; das müsste er eigentlich selber wissen.

    Was soll’s “I’m in no position to judge”, jeder wie er meint. Macht ihn aber unsympatisch, find ich. Ist halt die Spitze des Eisbergs, das ist sowieso ne andere Welt, die ich nie verstehen werde. Ich find’s macht mehr Spaß wenn man Acts entdeckt die noch eher unbekannt sind, und dann sieht, dass sie mit ihrem Ding Erfolg haben, und trotzdem “real” bleiben. Das klingt immer so nach Klischee, aber es gibt halt doch unterschiedliche Wege mit Erfolg umzugehen. Auf Patrice z.B. hab ich früher nichts kommen lassen. Aber der hat das gemacht was man wohl Bitchmove nennen kann, und viele seiner ersten und echten Fans damit vergrault.
    Summsemann dagegen sind immer noch so greifbar wie sie es früher waren, genauso wie Clueso oder Sebastian Sturm oder Martin Jondo. Die werden nie so hoch kommen wie ein Kanye West, haben sich aber auch gut gemacht, und kriegen trotzdem nicht solche Ausraster wie Mr. West. Kann ich mir zumindest bei denen nicht vorstellen. Deshalb hab ich zu solchen Acts nen ganz anderes Verhältnis. Da geht das “Fan-Sein” über die Tatsache dass man die Mucke mag hinaus. Und da kann man auch nach dem Konzert einfach mal hingehen und ne Runde labern. Oder ne eMail schreiben, und bekommt auch ne persönliche Antwort. Da würde ich mich dann auch aufregen wenn so jemand für seinen Einsatz keine Anerkennung bekommt oder verarscht wird. Aber wenn so jemand unerreichbares wie Kanye West, Paris Hilton, oder 50 Cent abgezogen wird, kümmert mich das genauso wenig wie die 100 Mio Euro Strafe für das Mercedes-Team. Bricht denen allen keinen Zacken aus der Krone.

    Just my 2 Cents.

  3. gravatar Nerdcore — Links vom 15. 9. 07: Hardcore Turtles, Eva Herzigova, RAF, Logotrends und Schäubles Weltbild sacht:

    […] Hip Hop is dead René freut sich dass die Umsatzzahlen im Hip-Hop zurückgehen, Simon kommentiert dazu, ich kommentier jetzt Simon: Auch Gangsterrap hat seine Daseinsberechtigung. Genauso wie Studentenrap, Müslirap, Conscious-Rap, Battle-Rap und Blödelrap. Schade isses halt nur wenn sich die Medien nur auf eine Schiene beschränken und damit das immer gleiche, einseitige Bild von Hip-Hop zeichnen. Das im Moment aus Musik aus dem Ghetto, Schimpfwörtern, frauenverachtenden Texten, und Gewalt besteht. Aber das geht ja nicht nur uns Hoppern so, das ist ein allgemeines Medien-Problem. […]

  4. gravatar Tshalina sacht:

    Ich mag Hip-Hop nicht. Das hat weniger mit den üblichen Vorurteilen zu tun, als viel mehr mit dem Image, welches diese Leute mittlerweile ans Tageslicht befördern. Sie kompensieren in meinen Augen schlechte Texte, null Talent und durchschnittliches Aussehen mit nackten Weibern, die 90% ihrer Videos ausmachen. Grundsätzlich steht es jedem frei das zu hören, was ihm gefällt. Ich habe aktuell meine alten Jungle Platten wieder aus dem Schrank gekramt, nicht weil die Texte intelligenter und “umfeldfreundlicher” wären oder mir der Beat mehr zu geben vermag, als der Hip-Hop. Nein, ich brauch mal eine Abwechslung zum Kommerz. Ich habe keinen Bock mehr auf “ella ella ey ey” von Rhianna oder “uh uh” von wem auch immer. Habt ihr schon mal 1nen ganzen Tag am Stück Radio gehört? Der Kram klingt alles gleich.

  5. gravatar alohastone sacht:

    Versteh ich nur zu gut. Nen ganzen Tag Radio am Stück würde ich gar nicht aushalten. Radio läuft bei mir aus Prinzip nur noch während der Nachtschicht, und dann auch nur WDR5 oder Funkhaus Europa. Jazz, Blues, Funk, World Music, Kram der sonst nirgends gespielt wird. Von dem Einheitsbrei kriegt man nur Kopfschmerzen, da kann man auch gleich Klingeltonwerbung gucken.

  6. gravatar simon sacht:

    Der Backspin Chefredakteur hat übrigens mal geschrieben, bevor er mit dem Auswerten der Bewerbungen für die Newcomergruppe auf der HipHopOpen beschäftigt war, dachte er Deutschrap wäre besonders gut mit dem Wort “Gangster” zu beschreiben.

    Die Realität war, dass die Mehrzahl der Bewerbungen völlig andere Rapmusik verkörperte. Mit Sinn und Verstand, wie man so schön sagt.

    Und das lässt mich hoffen, dass diese Gangsterwelle auch mal abebbt.

  7. gravatar alohastone sacht:

    Solange es sich gut verkauft werden wir weiter damit zugemüllt werden. Aber ich hoffe genau wie du dass die Leute irgendwann die Schnauze davon voll haben. Dann kommt der Rap mit Sinn & Verstand vielleicht mal bis zum Mainstream durch, und dann geht dat erstmal richtich los hier.

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