Was wäre eine ordentliche Skatesession ohne Millencolin? Genau, eben keine ordentliche Skatesession! Und deswegen kamen auch wir damals nicht ohne sie aus. Wenn man die Rampe, die man aus einem alten Wandschrank in tagelanger Handarbeit selbstgezimmert und vor den Treppen des Jugendzentrums platziert hatte, zum zehnten Mal anfuhr, und bei dem Versuch den von allen einstudierten und damit lahmen 180 endlich durch den ersten gestandenen 360 abzulösen mordsmäßig auf die Fresse fiel, konnte man sich am besten wieder aufrappeln wenn jemand nochmal auf Millencolin skippt.
Ja, der Arsch tut schon weh. Ja, die Handgelenke haben auch schon bessere Zeiten erlebt. Und fuck es sah für Dritte bestimmt auch ziemlich lächerlich aus wenn man immer wieder über eine Rampe Treppen runterspringt, nur um sich auf’s Maul zu legen. Aber wenn man dann beim hundertsten Versuch zeitgleich zu dem einleitenden “Dädädämm” von Lozin’ Must Anlauf nimmt, auf die Rampe zurast, im Kopf nochmal das Timing durchgeht, in die Knie geht, und dann mit ordentlich Schwung von der knarzenden Rampe abhebt, um dann nach einer vollen Drehung geschmeidig auf allen acht Rollen zu landen, dann hat sich das ganze auf die Fresse legen gelohnt. Der erste gestandene 360 - ein Grund zum Feiern für die ganze Gruppe. Es sollten noch viele folgen, irgendwann sogar vom 540 abgelöst werden, und Millencolin waren daran nicht ganz unschuldig.

