Cloverfield
Hab ich mir gerade im Kino reingezogen, und im Gegensatz zu den Fünf Filmfreunden fand ich den recht fett. Verwackelte Kamera à la Blair Witch und schönes Szenario. Klar, den Angriff der Killeraliens hat man schon ein paar mal gesehen, aber eben nicht “aus erster Hand”. Ich genieße ja Chaos und Katastrophen, das solltet ihr mittlerweile wissen – vor allem wenn ihr meinen Beitrag zum Blog Action Day 2007 gelesen habt.
Von daher ziehe ich große Genugtuung daraus wenn der Statue of Liberty der Kopf abgesprengt wird und ein paar Zivilisten vor die Füße rollt. I enjoy that kind o’ shit. Und deswegen gefiel mir Cloverfield.
Ordentliche Ballerei, jede Menge Scheiss der in die Luft fliegt, brennende Autos, Massenpanik, “people. under. pressure.” wie George Carlin sagen würde. Also wenn ihr mal Bock auf Blair Witch Project mit Action habt, guckt’s euch an.

























Ich fand die Kritik der 5 Filmfreunde auch zu subjektiv und nicht wirklich stringent. Hier mein Kommentar auf ihrer site:
Ich war gestern im Film (habe von dem Internet-Rummel übrigens nix mitgekriegt) und wusste nur, dass es ein Monster-stellt-New-York-auf-den-Kopf Film ist. Ich finde den Film intelligenter gemacht, als hier von der Kritik dargestellt, da er eine ganze Heerschar von Filmen zitiert, filmische Mittel weiterentwickelt und die Effekte gut sind, aber nicht alles plattmachen (außer der Stadt, die soll ja in Schutt und Asche fallen).
Die Figuren waren gut gewählt, da es Twenty-Somethings sind, die eben so seicht sind, wie hier dargestellt. Wer auf Partys geht weiß was da gelabert wird – was sollte in dem Film anders dargestellt werden? Mir war da schon fast zu viel Handlung und Exposé drin.
Ich war auch heilfroh, dass keine Wissenschaftler/Helden/Bruce Willisse/Wunderwaffen/Viren/etc bemüht werden, um dem Vieh und seinen Ablegern den Garaus zu machen.
Durch die Blair Witch Assoziation war mir irgendwie unterschwellig klar, dass keiner davon kommen wird (ist ja sowieso schon durch das Intro angedeutet, auch wie bei B-Witch) Entsprechend war der Film herrlich konsequent hoffnungslos für die Protagonisten. Besonders gut kommt das rüber, wenn sie in (oben als langweilig bemängelten Szenen) z. B. vor sinnentleerter Sephora Werbung für Wimpertusche und Anti-Faltenprodukten versuchen irgendwas zu reden und zu verstehen was da vorgeht – was genauso sinnlos ist, denn es gäbe für diese Katastrophe keine Worte. Alles schön apokalyptisch.
Dass einer von den Typen dann meint, er müsste seine “Freundin” retten, passt auch ins Bild: endlich eine Heldentat vollbringen können im Leben – wer von seiner Generation träumt nicht davon? Vor allem da er ja ein echter Karrieretyp zu sein scheint, dem vorher sehr viel gelungen sein muss. Und wenn dann das Unfassbare passiert, weint er erst, als er seine Mutter am Telefon hat und es in Worte fassen muss. Guter Einfall, sehr nah an der Psyche von echten Trauma-Opfern.
Die Bezüge, die in Kommentaren oben zu The Mist gemacht wurden, sind mir auch aufgefallen – allerdings weniger als Konkurenz oder Vergleich (der eine ist besser, der andere schlechter), sondern eher als Ergänzung: ich hatte den Eindruck, dass hier die selbe Invasion stattfindet, nur an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen filmischen Mitteln dargestellt! Selbst das große Monster aus The Mist gleicht dem Cloverfield Monster.
Andere Szenen empfand ich als schöne Reminiszenzen an andere Filme: bei der Brooklyn Bridge Szene sind es für mich gleich zwei in einer: Spielbergs Kampf der Welten Szene an der Fähre und Godzilla auf der Brooklyn Bridge. Während das arme Godzilla auf der Brücke zu Ende geht, geht’s hier erst richtig los und Spielbergs Massenszene ist hier ziemlich klaustrophobisch aus der Menge her aufgenommen. Auch das Schnappen nach dem Helikopter – bei Godzilla eigentlich ein Witz, hier echter Horror durch das Geschrei im Helikopter beim Absturz.
Selbst Alien hinterließ meiner Meinung nach seine Duftmarke in Form der kleinen Facehugger ähnlichen Krabbelmonster, die einen mit ihrem Biss offensichtlich nach einer Weile platzen lassen, und zwar richtig.
Also mir hat’s gefallen – und ich werde ihn nochmal anschauen, allerdings im O-Ton, denn die Synchronisation war wirklich monströs.