Das Sommerloch in der Blogsphäre
Anscheinend ist es wieder so weit: Die Blogosphäre hat nichts zu reden und redet deswegen wieder über sich selbst. Bei Nerdcore bin ich drauf aufmerksam geworden, und darüber kann man sich auch zu den diversen anderen Beiträgen weiterklicken. Patsy Jones z.B. hat dazu auch ihren Senf abgegeben. Genauso Marc von Testspiel; und da habe ich gerade auch den Link zu einem entsprechenden Artikel bei SpOn gefunden.
Nachdem ich den gelesen hatte gingen mir dann ein paar Sachen durch den Kopf, die ich der EInfachheit halber nicht nur als Kommentar bei Testspiel sondern auch hier im Blog posten will:
Schöner Artikel, danke für den Hinweis.
Der Spiegel hat Recht wenn er sagt dass es in Deutschland wenig Polit-Blogs gibt. Aber ob Polit-Blogs jetzt das gelbe vom Ei sind wage ich zu bezweifeln; mich persönlich interessiert es Null.
Wahr ist auch dass es in Blogs hauptsächlich um “Entertainment-Dreck aus dem Internet” geht – womöglich weil das eines der Themen ist zu dem man am einfachsten Beiträge schreiben kann. Bild / Video / MP3 / Link rein, kurzen Text dazu, fertig.
Gedanken zu bestimmten Themen niederzukritzeln ist da schon schwieriger, vor allem weil man – sowohl zum Schreiben als auch zum Lesen – Zeit haben und in der richtigen Stimmung sein muss. Ich persönlich klicke ellenlange Texte im Feedreader meistens weg, und bin nur ganzen selten in der Stimmung mal einen zu schreiben – kann dann auch sehr gut verstehen wenn’s anderen genau so geht und Null Kommentare zum Posting reinkommen.
Aber es wäre sicher interessant wenn Blogs ein bisschen mehr in Richtung Diskussion gehen würden. Denn selbst wenn mal ein Thema auftaucht über das mehr als 2 Leute bloggen, verschwimmt die Diskussion schnell und verläuft im Nichts. Das und die enorme Verteilung der Diskussion auf dutzende verschiedene Blogs, und die damit verbundenen Linkmüllhalden, die entstehen wenn man Neuankömmlinge (bzw. Nicht-Blogger) in die Diskussion mit einbeziehen will und deshalb seine Quellen angibt, sind meiner Meinung nach auch die zwei großen Nachteile am Blog-Prinzip. Teilweise ist sowas in Foren einfacher.
Trotzdem fänd ich’s ganz schön wenn Blogs ein bisschen mehr in Richtung Meinung und Diskussion gehen würden, eigentlich wurden sie ja genau dafür gemacht. Und die nicht allzu komplizierte Technik macht’s ja grundsätzlich möglich dass jeder Hans und Franz mitmachen kann.
Wäre ne interessante Sache, auf jeden Fall ein guter Ansatz. Auf das politische und journalistische (aufdecken und entlarven) könnte ich aber gut verzichten, das ist für mich nicht das oberste Ziel eines Blogs bzw. der Blogosphäre. Und das braucht sie auch nicht, um in der Gesellschaft mehr an Relevanz zu gewinnen. Das bräuchte sie vielleicht um in den klassischen Medien mehr Relevanz zu haben, aber wer will das schon? Die Unfähigkeit der (Massen-)Medien ist doch der Grund warum wir so viel Spaß an diesem Blog-Ding haben.
Wer jetzt den Drang verspürt seinen Senf zum Thema abzugeben kann das gerne hier tun, Kommentarfeld siehe unten. Wer ein Blog sein eigenen nennt kann das natürlich auch da posten und mir nen Trackback schicken, dazu ist der Scheiss ja da.





