Achtzig Tage in Achtzig Songs

Ich grüsse euch, werte AlohaStone – Compañeros!

Was eine Ehre hier ein paar Zeilen zu hinterlassen, die mir am Herz liegen.

Meine Heimat liegt in Glauchau / Westsachsen, “Dunkeldeutschland” hat man mir in Mönchengladbach mal gesagt. Aus der Umgebung stammen auch fünf meiner Freunde , die es sich zum Ziel gesetzt hatten, ab dem ersten August 2009  die Vereinigten Staaten von Amerika in 80 Tagen mit dem Fahrrad zu durchqueren. Tatsächlich waren sie bereits nach 68 Tagen an ihrem selbsternannten Ziel angekommen und konnten den Rest der Zeit noch geniessen. Man sollte nicht denken so eine Reise wird ins Blaue gestartet, natürlich nicht… aber meine Leute sind von einem ganz besonderen Schlag. So begannen sie ihre Tour mit einem Google Ausdruck…

Das war natürlich nur der Anfang. Hier mal noch ein Auszug aus dem Tagebuch der Jungs, ein Resümee passt doch am besten um das Ganze mal zu beschreiben:

Wir kehren zurück

In eine Welt aus I-Pods und Wäschetrocknern. Zurück in in eine Welt in der für Viele der Fernseher die einzigen Höhepunkte des Lebens setzt. Eine Welt die so schnell geworden ist, dass Viele die Orientierung verlieren und vom Strom der Möglichkeiten überholt werden. Manch einer findet seinen Platz nicht, weil er nicht weiss, wo er anfangen soll zu suchen.

Wir sind am Ziel

Einer langen Reise, die so anders war. Die Sonne weckte uns und schickte uns am Abend zu Bett. Nichts als Hunger, Durst und die Sehnsucht nach Wärme und Schlaf im Zentrum des Bewusstseins. Entschleunigung. Selbst Uhrzeiten werden überflüssig. Fahrräder rollen langsamer als Autos. Man begreift sein Leben wieder.

Wir liebten den Tag

Denn er war voller Möglichkeiten. Am Morgen war der Abend noch ungewiss. Und immer wieder diese unglaublichen Menschen. Der Respekt für unsere Tour war grenzenlos und keine Grenzen kannte auch die ungeahnte Freundlichkeit. Reisen ist Völkerverständigung. Vorurteile können unterwegs nicht überleben.

Nun endlich am Ziel

Und zurück am Anfang. Der Blick in die Zukunft birgt viele Ungewissheiten. Wir sollen wieder nicht mehr nur an den Tag denken, sondern an unser ganzes Leben. Komisch. Dabei leben wir doch jeden Tag.

Wir freuen uns

Darüber, dass wir unser Ziel erreicht haben und nach Hause fliegen. Warum eigentlich? Die Welt ist grossartig! Abenteuer warten aller Orten noch auf uns!

Wir sind verliebt

Nicht in die Welt. In unsere wunderbaren Freundinnen, die auf uns warten. Kein Sonnenuntergang in den strahlendsten Farben scheint so tief ins Herz wie das Glitzern in den Augen der Frau die man liebt.

Wir kehren zurück

Und freuen uns darüber. Denn eigentlich brauchen und mögen wir diese schnelle Welt. Abenteuer sind nicht für die Ewigkeit. Unsere Familien, unsere Freunde, unsere Heimat sind es für Menschenleben wohl. Auf Dauer können wir nicht ohne Autos und Handys und Fernsehgeräte leben. Das ist unsere Welt und nichts daran ist schlecht.

Wir kehren zurück

Und zwar nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben Beide weit aufgerissen, denn sie haben viel Schönheit gesehen. Wir wissen heute, dass keiner von uns im Alter den vertanen Chancen der Jugend nachweinen muss.

Wir sind nicht einzigartig

Darauf haben wir nie Anspruch erhoben und werden es nie tun. Andere Menschen machen andere Touren. Grössere Touren. Sie erleben mehr, sie reisen weiter, sie stellen uns in den Schatten. Gegen sie wirkt unsere Leistung winzig.

Wir kehren zurück

Als dieselben Menschen wie noch im Juli. Und doch zeichnet diese Tour uns aus. Denn die meisten Menschen machen nichts vergleichbares. Wir haben einen Traum verwirklicht. Nicht für irgendwen. Für uns.

Wir kehren zurück

Und haben gelebt! Was gibt es Besseres?

 

 

Warum denn jetzt aber “Achtzig Tage In Achtzig Songs?” Jetzt komm ich ins Spiel. Musik ist Leidenschaft, da muss ich euch ja nix erzählen. Aber als besagte fünf Freunde planten den Menschen in unserer 25000 – Einwohner Stadt von ihrer From Coast To Coast – Reise zu erzählen, musste ich einfach loslegen, sämtliche geschriebene und erzählte Worte zu sammeln. Jeder erlebte Tag wurde in Form von Rocksteady, Soul, Folk, Hip Hop und Electronica nachempfunden und zum ersten Mal am 19. März 2010 eben im Stadttheater Glauchau zusammen mit zahlreichen Fotos und Anekdoten präsentiert. Meine glühende Hingabe an sämtlichen Output Joe Strummer‘s wird hier sicher erkannt, das muss so sein. Seit Jahren zähle ich diesen Mensch unter meine grössten Inspirationen und der Eighty Days In Eighty Songs Mix ist nun endlich mal meine persönliche Hommage.

Den Mix könnt ihr am 18. August 2011 ab 18 Uhr auf eurer Lieblingsradiostation hören. Außerdem seit dem 01. Dezember 2011 wann und wie oft ihr wollt auf der Laid Back Radio Mixcloud Seite. Mehr Fotos auf Flickr, Videos auf Vimeo (Tip: View In Couch Mode) und Infos auf Facebook. Bei Fragen einfach Kommentar reinhauen und ich melde mich. Danke fürs Lesen, auf bald.

Ronny Ramone a.k.a. Milky Ray

Kommentare

3 responses
  1. Pe sagt:

    Als ich 2006 durch Ägypten mit dem Rad gefahren bin, hörte ich diese Zeilen mit meinem MP3-Player:

    “Everybody’s going to the party have a real good time
    Dancing in the desert, blowin’ up the sunshine

    Kneeling roses disappearing into Moses’s dry mouth
    Breaking into stealing our intentions
    Hangers sitting dripped in oil, crying freedom
    Handed to obsoletion, still you feed us lies from the tablecloth”

    Ich denk die meisten wissen von wem die Lyrics sind.
    Als ich 2009 durch die Hügellandschaft der Appalachen und später durch die Weite Mississippis mit den selben Freunden geradelt bin, fehlte mir der dazugehörige Soundtrack. Als wir wieder glücklich in der Heimat angekommen waren, hatte unser Freund und großartiger Musikliebhaber ronny ramone den mix unserer Reise gezaubert. Hätten wir den schon in den USA gehabt, wären wir an der Pazifikküste sofort umgedreht und wären in einem Zug zurück nach New York gefahren ;-) Nein im Ernst: die Songs spiegeln wunderbar unsere Stimmungen und Gefühle in diesem riesigen Land wieder. Ich hoffe ihr könnt euch vielleicht ein wenig reinfühlen und ein wenig die Freiheit spüren, welche wir auf unserer Reise erlebt haben.

    PS: Hawaii.fm steht schon länger bei mir ganz oben bei den Radiosendern!

  2. Silvia sagt:

    Lieber Ronny,

    ich finde es echt toll, was du damals mit deinen Songs als Untermalung des Vortrags auf die Beine gestellt hast! Die Bilder sind dadurch erst richtig rübergekommen und man hatte das Gefühl, als wäre man selbst dabei gewesen. Wir “Daheimgebliebenen” haben die Reise natürlich auch intensivst verfolgt und als Freundin einer der Reisenden habe ich besonders mitgefiebert. Ich finde es supertoll, dass du dieses Erlebnis für dich zu einem eigenen Erlebnis “umbauen” konntest”. Aber das weißt du ja…. :)
    (Ich bin auch bis heut begeistert, dass du tatsächlich (auch wenns etwas länger gedauert hat) einen Song mit meinem Namen gefunden hast :) )

    Ich freue mich auf die Songs für unseren Nepal-Vortrag!

    Wir sehen uns und bis bald,
    die allerbesten Grüße,

    Silvia

  3. mrdt sagt:

    es gibt kaum eine sache die ich mehr bereue verpasst zu haben, als den “from east to west” vortrag von pe, christian und den bäuchen. dem way seinen mix lass ich mir nicht entgehen.

Trackbacks

Homies die auf diesen Beitrag verlinken:
  1. Hawaii FM sagt:

    ronnyramones Mix "Achtzig Tage in Achtzig Songs" gibt's "am 18. August 2011 ab 18 Uhr auf eurer… http://t.co/hZJ0YSc

  2. Paul Leder sagt:

    ronnyramones Mix "Achtzig Tage in Achtzig Songs" gibt's "am 18. August 2011 ab 18 Uhr auf eurer… http://t.co/hZJ0YSc



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