Mein Lieblings Bob Marley Tune

SamuraUno hat gefragt, also warum nicht einfach versuchen sowas wie ‘ne Antwort zu finden?

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Auch wenn Markus irgendwo Recht hat:

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Ich fang – der Einfachheit halber mit denen an die ich nicht mag: No Woman No Cry, Redemption Song, und Buffalo Soldier. Nicht weil die Tunes schlecht wären; die sind alle super. Aber es sind wohl die drei Bob Marley Songs die nun wirklich jeder kennt. Und die wohl auch gerade deswegen mehr als überstrapaziert sind. Es bricht mir immer ein bisschen das Herz wenn in irgendeiner Karaoke-Bar jemand “Buffalo Soldier” singt. Und ich find’s traurig wenn solche Songs auf Karaoke-CDs für ebendiese Karaoke-Bars landen. Obwohl ich mich ja eigentlich freuen sollte wenn so gute Musik so bekannt wird. Aber ich hab den Kram mittlerweile so oft gehört; ich kann ihn nicht mehr hören.

That being said, hier eine kleine Auswahl meiner Lieblinge:

Jammin’

http://www.youtube.com/watch?v=xZNHYgzHkKM height=25]

Mindestens genau so überstrapaziert wie die oben genannten drei. Warum er trotzdem auf der Liste der Lieblinge landet? Wegen den ersten zwei Sekunden. Der Drumbeat: drrrrrrätätätät. Da weisste direkt was Sache ist. Jetzt kommt der König. Nur wenige andere Songs können von sich sagen dass du direkt grinsen musst wenn du nur die ersten zwei Sekunden hörst. Das hier ist einer davon. Deswegen ist auch egal dass er zu den berühmtesten und totgenudeltsten Bob Marley Songs überhaupt gehört. Drrrrrätätätät!

Crazy Baldhead

http://www.youtube.com/watch?v=y9uCkSGYOv8 height=25]

Skipstapskideldidideldidup! Weil sie mir auch auf den Sack gehen, die Crazy Baldheads. Nicht die mit den Springerstiefeln – obwohl die mir natürlich auch auf den Sack gehen, aber die sind hier nicht gemeint. Wen Bob gemeint hat, weiss er selbst wohl am besten. Und ich maße mir nicht an euch eure Interpretation vorweg zu nehmen. Aber ich bin so frei die Lyrics für mich zu interpretieren. Und mir gehen die alten Säcke auf den Sack, die alles gerne sauber und schick haben möchten. Die sich gerne Golfplätze in ihre “Hood” bauen, die chique Straßencafés statt Graffiti sehen möchten, die die Preise hoch- und die Punks aus dem Viertel raustreiben. Die immer noch mehr Arkaden, Shoppingcenter und Malls bauen. Undsoweiter.

http://www.youtube.com/watch?v=nLRQvK2-iqQ]

Höchste Zeit, diese Lutscher aus der Stadt zu jagen! Dazu passend:

Ambush In The Night

http://www.youtube.com/watch?v=ivH3s0Cy4ZU height=25]

See them fighting for power. But they know not the hour. They keep us hungry. And when you’re gonna get some food, your brother got to be your enemy. Unity is the key.

Running Away

http://www.youtube.com/watch?v=h0Uqu_9zNZY height=25]

“Every man feels that his burden is the heaviest. Who feels it knows it lord.” Wäre diese Liste irgendwie chronologisch sortiert, so Platz 1-10 oder so, müsste “Running Away” wahrscheinlich an erster oder letzter Stelle stehen. Je nachdem wo man den fettesten Tune unterbringen will. “Some people feel the rain. Others just get wet.” hat Bob Marley mal gesagt (andere Quellen meinen es wäre Bob Dylan gewesen, ist mir aber auch egal). Jedenfalls ist das einer von den Songs die irgendwie mehr sind als nur Musik. Das Teil ist so rund und perfekt dass es, je öfter man es hört, nur noch besser wird, und dieselbe Erfahrung mit jedem Mal tiefer werden lässt. Ähnlich wie bei:

Rumours

http://www.youtube.com/watch?v=YCoTQ1egAk4 height=25]

“Something happens to my soul everytime I hear this song.” hat jemand bei YouTube in die Kommentare zu diesem Video geschrieben. Und besser kann ich’s auch nicht ausdrücken. Irgendwas passiert, irgendwas gutes. Die Aufnahme stammt von den “Yvette Acoustic Tapes”, bis dato unreleased, aber bei Google auffindbar:

Recorded in one of Bob’s girlfriend’s house this tape includes many songs that Bob never released and some that would become some of his most famous classics.
The mood is really relaxed and Bob seems to be in a really great mood, often laughing out loud at some of the things he is singing.
He then gets a bit more serious with the deeply religious “God of all ages” where he is accompanied by the heartbeat rhythm of a bongo drum.
“Rumors” is also another fantastic vocal form.
Some of “Jammin’”is also composed on this tape as well as an early rendition of “Easy Skanking”.
He also chats a bit between songs about opening a hospital in Ethiopia.
The tape closes out with “Oh what a day”, which is a long very early version of what would become later “Misty Morning”.

Irgendwie spürt man den Vibe, als säße man live daneben. Womöglich geht von diesem Vibe was verloren wenn man alles clean und qualitativ hochwertig in einem Studio aufnimmt. Jedenfalls massiert’s die Seele schöner wenn es wie live im Wohnzimmer klingt. “Ob Walkman, Discman oder MP3-Stick, eins von diesen Dingern hab ich immer dabei mit / Ihnen steig’ ich in die Bahn oder den Zug ein. Die Tonqualität muss noch nicht einmal so gut sein, die Raps aber schon.”

Want More

http://www.youtube.com/watch?v=YhsTNCUGNPM height=25]

Wunderbare Überleitung zum nächsten Song, weil ich den dem Retrogott zu verdanken hab. “Want More” hat er mal auf einem seiner Konzerte als Intro gespielt, und bis dato war mir nicht klar dass der König auch Tunes auf Lager hat die man durchaus Battle-Rap-Technisch verstehen und rüberbringen kann. “Now you get, what you want, do you want more? You think it’s the end, but it’s just the beginning!” – herrlich entspannt vom Grundvibe her, kann man aber auch wunderbar jemandem in’s Gesicht schreien. I like dat!

So Much Trouble In The World

http://www.youtube.com/watch?v=Ou5dkZcZ0Wk]

Neuerdings kann ich nicht mehr anders als bei dem Tune daran zu denken wie Snoop Dogg sich dazu einen anzündet. Mehr braucht es dann auch gar nicht um in den Vibe zu kommen.

Bad Card

http://www.youtube.com/watch?v=0jipFUJlcHU]

“I want to disturb my neighbour. I want to turn up my disco. Innah rub-a-dub style.” Is’ manchmal so, ihr kennt das.

Waiting In Vain

http://www.youtube.com/watch?v=IAshOzRGrBw height=25]

“I know now that I’m way down on your line girl. But the waiting feel is fine. (…) It’s been three years since I’m knocking on your door, and I still can knock some more.” Heute muss oft alles “am besten gestern” passiert sein, und wenn’s bis morgen nicht passiert ist, haken wir die Sache ab. So bin ich nicht drauf, deswegen mag ich den Song. “The waiting feel is fine. But don’t talk to me, as if you think I’m dumb.”

Three Little Birds

http://www.youtube.com/watch?v=YrBdCghy76A height=25]

Ich fuhr mal von der Nachtschicht nach Hause, bester Laune, die Brücke über den Rhein entlang, dem Sonnenaufgang entgegen, als “Three Little Birds” aus meinem Radio kam, und im selben Moment tatsächlich drei (nicht zwei oder vier, sondern drei!) Vögel über die Brücke flogen. Ich smilete mit der rising sun, und wusste dass alles gut wird. Ich worriete nicht, und erinnere mich heute wie wir damals beim Ruhr Reggae Summer in herrlichster Mittagssonne im Gras am Pool lagen, und der Selecta ebendiesen Tune auflegte, als ich zu meiner Nachbarin meinte “wenn man hier so liegt will man ihm direkt glauben”.

So Much Things To Say

http://www.youtube.com/watch?v=IkIcEFYU8x8]

Ich könnte ewig so weitermachen, aber mir geht langsam der Redeschwall aus. Leute labern und labern. Manchmal hilft es mehr, einfach die Fresse zu halten. In diesem Sinne: danke für die Aufmerksamkeit und danke für die Frage. Hat Spaß gemacht.

Fühlt euch frei eure Favourites in die Kommentare zu packen, und die Liste zu erweitern. Gerne auch mit Anekdote dazu. Und zieht euch bei Gelegenheit doch mal den Bob Marley Birthday Mix von DJ Soljah auf eure Abspielgeräte. Der läuft bei mir immer noch derbe auf Rotation, und bringt ‘ne ziemlich gelungene Auswahl mit. Frei nach dem Motto ACAB: Always Carry A little Bob Marley ;)

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3 comments

  1. Pingback: Monkej

  2. deathbox

    Trench Town (nicht Trenchtown Rock)