Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 5 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet. Mixtapes die nicht mehr online sind laden wir gerne nochmal neu hoch. Kommentar genügt. 😉

Kollege Nils hat eine Blogparade gestartet. Die Idee: jeder postet 5-10 Songs, die ihn 2013 bewegt haben. Alle Teilnehmer werden bei ihm im Blog verlinkt, und können so nicht nur sich gegenseitig, sondern vielleicht auch neue Leser, und natürlich neue Musik finden.

Find ich gut, mach ich mit.

Die Liste “covert” sicher nicht alles, was 2013 so passiert ist, wozu mich Musik begleitet hat. Denn bestimmt vergesse ich einen Haufen Sachen. Wenn man ein ganzes Jahr auf 10 Songs runterzubrechen versucht, ist das aber auch wenig überraschend. Trotzdem will ich es mal versuchen. Die Reihenfolge ist weder chronologisch, noch alphabetisch, oder als Ranking zu verstehen. Ich mach die Dinger so, wie sie mir einfallen. Dabei haben nicht alle Tracks erst in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt. Vieles davon ist schon älter. Sie haben sich ihren Platz in dieser Liste aber dadurch verdient, dass ich sie entweder 2013 erst entdeckt, in diesem Jahr erst richtig lieben gelernt habe, oder ein Erlebnis aus 2013 mit diesem Lied verbinde. So here we go:

1. Mr Probz – Waves

2013 war Urlaubsjahr. Nachdem ich die letzten Jahre – mit einer Ausnahme – gar nicht im Urlaub war (von Tages-Trips mal abgesehen), wurde es ehrlichgesagt auch mal Zeit. Ich hab meinen Job an den Nagel gehängt, mich treiben lassen, und mir was gegönnt. Die schönste Erfahrung in dieser Zeit war der Kroatienurlaub. Den ich nicht nur mit guten alten Freunden teilen konnte, sondern in dem ich auch gute neue Freunde kennen lernen durfte. Die Zeit war was besonderes, und der schönste Urlaub den ich je hatte.

Natürlich ist da auch Musik am Start. Und einer der Tracks, die häufig liefen, und mich immer noch an den Urlaub erinnern, war eben “Waves” von Mr Probz. In Kroatien lief immer der Robin Schulz Remix, jetzt wieder zu Hause höre ich viel öfter das Original.

Geht natürlich am Meer mit Sonnenuntergang am besten, funktioniert aber auch zu Hause in der Kälte noch, wenn man im Herz Rezeptoren hat, an die er andocken kann. Wer dazu so nicken und gucken kann, wie die Dudes im Video an der Bar, wird wissen was ich meine.

2. Chezidek – Bun Di Ganja

Chezidek hat sich schon am zweiten Tag seinen Platz als No. 1 Aufsteh-Track im Fuerteventura-Urlaub gesichert. Nichts hat sich geiler angefühlt, als nach dem Aufstehen erstmal den Track anzuwerfen, und mit einer Zigarette auf dem Balkon die ersten warmen Sonnenstrahlen zu begrüßen.

Mittlerweile hab ich damit auch den Homie angefixt, sodass die Nummer aus der WG-Rotation nicht mehr wegzudenken ist. Geht eigentlich immer, entfaltet sich aber am besten, wenn man sich dazu den ersten Kaffee gönnt, um ganz gemütlich in Gang und Mood zu kommen.

3. Christian Smith – Indulge Me & Robin Schulz – Willst Du

2013 hat mir nicht nur urlaubsmäßig neue Eindrücke verschafft. Mit dem Umzug nach Köln gingen noch andere neue Dinge einher. So zum Beispiel auch meine erste Technoparty.

Jahrelang abgetörnt von der Musik, dann vom Homie mit “Bummeltechno” langsam solidarisiert, und schlussendlich auf mir bis dato völlig unbekannten Wellenlängen surfend und rumtanzend, von lauter hübschen Mädchen umzingelt, versteh’ ich’s jetzt.

Zwar nicht das ganze Programm, mit Afterhourn bis zum nächsten Abend, Frauen vor der Bühne, die allen Kerlen im Umkreis von 20m die Zunge in den Hals stecken müssen, und der mit späterem Verlauf des Abends exponentiell steigenden Quote von Diskopumpern in dünnen Hemdchen, die blöd in der Gegend rumstehen, wie der Fels in der Brandung, aber ich versteh jetzt das “warum”.

Weil der Beitrag nicht allzu elektrisch werden soll, pack’ ich hier einfach zwei Dinger zusammen, die das gut zusammenfassen. “Indulge Me” als “Vorbrenn-Track”, und als Resumé für das Feeling vor der Bühne, “Willst Du” als “Das-Gefühl-Danach-Track”. Logischerweise im Robin Schulz Remix, und nicht das Original von Alligatoah.

4. Retrogott y Brous One – Benzin Für Zwei

Immer mal wieder schafft es der Retrogott, eine Nummer rauszuhauen, die alles bisher da gewesene ganz locker aus der Hüfte wegfickt. Und “er braucht dazu nicht mal ein Hotelzimmer, er fickt dich auf dem Beat”. Wenn ebendieser von Brous One kommt, stehen die Chancen auf den besten musikalischen Sex deines Lebens schon extrem gut.

Und während andere (insbesondere deutsche) Rapper auf Lovesongs meistens wack klingen, macht der Kurt einfach einen Battletrack mit Lovesong-Allüren, in dem viel Ernsthaftigkeit liegt, über den man sich trotzdem kaputt lachen kann, und in dem er, obwohl er sich selbst, den Track, und die Welt verarscht, trotzdem die coolste Sau auf diesem Planeten bleibt.

Für mich sickert da sogar eine Portion D’Angelo durch. Und ich würde den Track – sollte ich überhaupt mal heiraten – sofort auf der Hochzeit laufen lassen. Frauen, die das genau so feiern können, sind übrigens genau das richtige Heiratsmaterial. Just in case you’re wondering.

5. Angel Haze – Cleaning Out My Closet

Wenn ich schon eine Liste der Songs mache, die mich 2013 am meisten geflasht haben, muss da auf jeden Fall Angel Haze mit rein. Ihre ganze “Classick” EP ist der Shit, und ihr Soundcloud-Profil ist mehr als nur einen Klick wert. Ich hab’ lange noch nicht alles gehört, aber schon mehr als ein dutzend Tracks gefunden, die mir gut reingehen. Die meisten davon sind Cover – und besser als das Original. So auch dieses Eminem-Cover.

Wer in seinem Leben so eine Scheisse erlebt, überlebt, und es auch noch schafft, sie in einen Track zu verpacken, der einem in die Eingeweide geht, hat mehr als nur meinen Respekt verdient. Ich hab die Nummer tot gehört und mich daran kaputt gefühlt. Ich hab Hass verstanden und die Welt wieder mal nicht verstanden. Ich hab mich reingefühlt und scheisse gefühlt, Mitleid gefühlt, mich Kacke gefühlt, und den Song direkt nochmal gehört.

Alles in allem ein Banger sondergleichen. Der nicht nur beweist, was Rap wirklich kann, sondern auch, dass es Female MCs gibt, die mehr Skill und mehr zu sagen haben, als die meisten Kerle. Allertiefsten Respekt dafür.

https://soundcloud.com/angelhazeym/angel-haze-cleaning-out-my

6. Suff Daddy feat. Miles Bonny – 5 O’ Clock Suff

Konnte ich mit Miles Bonny anfangs nicht wirklich was anfangen, hat sich das 2013 in’s Krasse Gegenteil gewandelt. Ich hab Suff Daddys “Gin Diaries” wieder rausgeholt, und totgehört. Ein paar Tage später kommt dann die Mail, dass MPM die Scheibe nochmal rausbringt. Eine Episode aus der Serie “Gibt Zufälle, die gibt’s gar nicht”.

Episode zwei ließ nicht lange auf sich warten, und war blond. Sie erkannte nicht nur das MPM-Shirt, das ich (zufällig?!) an ebendiesem Abend trug, sondern verschaffte mir auch Gesichter und Händedrucke zu den Leuten, mit denen man sonst nur eMails schreibt. Außerdem eine überraschende, in reichlich Alkohol getränkte, private, und damit umso schönere Geburtstagssauferei, die nach ganz viel Reden im ArtyFarty noch in’s Stecken führte (übrigens eine weitere Premiere, die ich endlich von meiner To-Do-Liste haken kann).

‘S gibt schöne Abende, und’s gibt richtig schöne Abende.

Garniert wird das ganze mit dem guten Gefühl, mal eine signierte Platte verschenkt zu haben, die dem Beschenkten genau so viel bedeutet, wie einem selbst. Musikalisch, menschlich und geschmacklich die beste Episode 2013 – die man wohl mit nichts schöner zusammenfassen könnte, als mit einem Track aus meiner Lieblingsplatte – mit dazugehörigem Stecken-Video. God bless the suff, and the talks, and the music, and the ladies.

7. Passenger – All The Little Lights (Album)

Man könnte meinen, dass das so gar nicht in dieses Blog passt. Reggae & Dancehall, okay. Hip-Hop & Beats, okay. Neuerdings sogar Elektro, okay. Aber jetzt auch noch Pop?

Das Ding is: Ende 2012 hat sich bei mir einiges geändert. Ich hab “Let Her Go” zu genau dieser Zeit zufällig im Radio gehört, “shazamt”, und mir über’s Handy direkt “All The Little Lights” und “Flight Of The Crow” gekauft und geladen. Und dann bin ich rumgefahren. Drei Stunden quer durch die Pampa. Das Album kam genau zur richtigen Zeit, und hat mir mehr als alles andere geholfen, ein paar Dinge im Kopf klar zu kriegen. Sachen einzusortieren, Sachen zu verarbeiten, Sachen abzuhaken, und 2013 frisch zu starten.

Egal ob das nun Pop ist, oder die Weiber drauf fliegen: mir hat’s viel gegeben. Es ist ehrliche Musik, und das ganze Album ist voll von Songs zu Themen, die mir im Kopf rumgingen. Die meisten Songs sprechen mir aus der Seele, und haben mich so tief berührt, dass ich nicht nur die Amazon-MP3-Version, sondern auch die 50 Euro teure Vinyl aus England bestellt habe. Zweimal. Eine für mich, und eine zum verschenken (auch wenn die verschenkte wahrscheinlich noch nicht einmal gelaufen ist).

Aber, und darauf kommt’s an, dank “All The Little Lights” bin ich klar mit allem. Das kann ruhig jeder dissen, aber mir keiner mehr wegnehmen. Deswegen bin ich sehr dankbar für die Mucke, und deswegen muss das hier mit rein. Punkt.

8. All The Luck In The World – Never

Zum Ende wird’s langsam melancholisch. Aber ich muss auch den Trip zur #TittyTuesday Queen vertonen. Noch ein Geburtstag, der viel Alkohol mitgebracht hat. Diesmal kam er gediegener, nämlich in Form von Wein. Ein Wochenende in Jogginghose, fernab vom Internet. Drei Tage Buddhismus-Flash, mit stellenweise mehr Leuten, als ich gemütlich finde. Insbesondere, wenn ich keinen davon kenne. Aber auch voll mit Leuten, die die richtige Einstellung haben, und interessante Geschichten erzählen können.

Ein wohlbekannter Flash zurück zur “Dorfjugend” und ihren Alkoholstorys. Eine Aussicht, die man kaum toppen kann. Ein Spaziergang durch den Wald, und Gastfreundschaft die ihresgleichen sucht. Außerdem die Situation, wenn eine schöne Frau kurz verschwindet, sich frisch geduscht mit nassen Haaren neben dich setzt, und so gut duftet, dass “nicht küssen!” die schwerste Sache auf der Welt wird.

Some things are best left unsaid, und manchmal isses ja auch so viel auf einmal, dass man gar nicht weiss, was man dazu sagen oder darüber schreiben soll. Aber ein Kapitel in “Great Shit Nobody Noticed” wird es sicher nicht werden. Deswegen rein damit in die Liste. Und als Vertonung “Never” von All The Luck In The World. Großartige Nummer, zu der es – wenn man der Facebookseite glauben darf – bald auch ein Album geben wird.

9. Silk Street Sound – Gimme Likkle One Drop (Mixtape)

Nummer 10 war schon fertig, als ich noch keine Nummer 9 hatte. Und weil mir jetzt auch nichts mehr einfällt, gibt’s als kleinen Bonus eins meiner Lieblingsmixtapes aus 2013. Das Ding hat’s nie in’s Blog geschafft, weil ich manchmal einfach ein fauler Hurensohn bin. Damit wir das aber vor Ende des Jahres noch erledigt haben, packen wir das hier mit rein.

Das Tape ist vom Mixing her etwas anders als die anderen. Daran muss man sich gewöhnen, wenn man es nicht anders kennt. Aber gerade das macht den Charme dieses Tapes aus. Der Vibe stimmt einfach, und abgesehen von zwei Richie Stephens Tracks, den ich überhaupt nicht feiern kann, stimmt hier einfach alles.

Ich hab’s in diesem Jahr sicher ein dutzend mal gehört, und will euch den Vibe nicht vorenthalten.

10. J Boog – My Audio

Der Reggae war in diesem Beitrag hart unterrepräsentiert. Und das, obwohl der diesjährige Reggaejam in Bersenbrück von den Vibes her eines der schönsten Erlebnisse war. Lauter nette Leute hab ich kennengelernt, viel Liebe & Verständnis ist mir von alle Seiten entgegen gekommen, und ich hab ein Dorf erlebt, das sein Festival so hart umarmt, wie ich es noch nie gesehen hab.

Ich hab mit schwarzen aus New York über Hip-Hop geredet, mich von FlowFx über Bläser belehren lassen, beim Hanfstand Getränke gegen Strom für’s Handy getauscht, geile Platten gekauft, beim Help Jamaica Gewinnspiel Randy Valentines Mixtape gewonnen, und viel gute Musik gehört.

Um das zusammenzufassen, und den Beitrag rund zu machen, erscheint mir ein Track über die Liebe zur Musik mehr als angemessen. Zumal mit J Boog dann auch der Kreis zum aloha spirit geschlossen wäre.

Alles für die Musik, mein Freund. Dem cyaan take my audio from me.

http://www.youtube.com/watch?v=utbsz__uleI

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6 Kommentare
    1. Gerne doch! Auch wenn’s dann im Endeffekt vielmehr ein persönliches als ein musikalisches Resumé geworden ist.. Aber scheinbar musste ich das mal Tagebuch-mäßig verarbeiten. Die Seelenstriptease-Beiträge sind ja hier (absichtlich) weniger geworden. Insofern danke an dich für die Idee. Manchmal braucht es ja nur nen Kick in die richtige Richtung, und schon fließt der Scheiss :)

      Vielleicht mach ich für den musikalischen Part nochmal nen extra Beitrag – Lieblingsplatten 2013 oder so. Mal gucken. Ronny hab ich die Tage angehauen, und der hat auch Bock seine Highlights aus 2013 hier zu bringen.

      Schön übrigens, dass du Angel Haze auch feiern kannst. Bei Chezidek wundert mich das ja nicht, aber dass du so hip-hoppige Sachen auch verfolgst, und die dir reingehen, hatte ich nicht unbedingt erwartet. Sehr cool!

    1. Tehehe, was kann man denn aus dem Beitrag für’s Leben dazu lernen? Hab’sch hier etwa auch noch Bildungsauftrag erfüllt, Habibi? ;)

      Würde deine Liste zu gerne lesen. Da finden sich bestimmt jede Menge Dinger, die an mir vorbei gegangen sind. Mach mal, Homie, will gucken! ;)

      Und danke für die netten Worte. Bigop!

Mentions

  • Aufruf zur Blogparade „Blogmusik 2013“ #blogmusik13 | House of Reggae

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