Schwesta Ewa

Beim letzten Vorglühen in unserem trauten Heim hatte ich letztens eine angeregte Diskussion über (deutschen) Rap. Während der Rest der geilen Reisegruppe wie immer im Wohnzimmer dem Techno fröhnte, wechselten wir nach nebenan, und spielten das alte „Du zeigst mir ein Video, ich zeig dir ein Video“ Spiel auf YouTube.

So hangelten wir uns von SSIO über Haftbefehl feat. Marteria und Genetikk bis hin zu Schwesta Ewa. Quintessenz des ganzen war, dass vieles von dem Zeug so gut produziert ist, dass man’s nicht mehr haten kann – auch wenn man sich selbst manchmal dafür schämt, dass einen solche Sachen doch irgendwo catchen.

Die These meines Kollegen war, dass diese Schwesta Ewa langsam aber sicher auch ein Level erreicht, auf dem die Mucke durchaus Spaß machen kann. Man muss ihr dabei ja auch zur Güte halten, dass sie den Boombap-Beatproduzenten-Film, der gerade in unseren Landen stattfindet, und sich von Köln bis Berlin langsam aber sicher durch die ganze Nation zieht, selber hart abfeiert. Ein bisschen schüchtern hat sie in einem ihrer ersten Interviews auf die Frage reagiert, auf wessen Beats sie denn gerne mal was machen würde. Und auch wenn sie die Antwort verweigert hat, konnte man doch ahnen, dass in ihrem Kopf dieselben Namen rumschwirrten, die man selbst geil findet.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin davon überzeugt, dass wenn sie an Wortschatz, Inhalt und Flow weiter so arbeitet, irgendwann mal ein richtig dickes Album dabei rauskommt. Die Vorahnung jedenfalls, dass Namen wie IAMNOBODI, Dexter, Figub Brazlevic und Fid Mella in ihrem Kopf rumschwirrten, hat sich bestätigt. Warte mal noch 2, 3, 4, 5 Jahre ab, dann wird die Sache richtig rund.

Das neue Exclusive für 16Bars jedenfalls, geht mir jetzt schon recht gut rein. Lyrisch geht da auf jeden Fall noch einiges, aber der Beat ist schon dick, das Video schön produziert, und die Texte gehen in die richtige Richtung. Es ist damit ein bisschen wie mit Actionfilmen: wenn man sich drauf einlässt, das richtige Setting und die richtige Stimmung hat, kann auch sowas Spaß machen.

Direktlink

Lazy Jones

Lazy Jones hat was neues an den Start gebracht, das du dir für gerade mal einen Euro aus dem Netz lutschen kannstObscure Origin heisst die Scheibe, und geht so los, wie der Name es vermuten lässt. Das pegelt sich aber recht schnell aus, und geht ins gewohnt entspannte und melodische über.

Also lasst euch von den ersten paar Tracks nicht abschrecken, und hört das Ding zu Ende. Spätestens mit der „Kaffeeklatsche“ sollte der Groschen gefallen, und der Euro gut investiert sein.

Villanova

Hier was frisches aus Frankreich: Adrien & Marc-Antoine AKA Villanova (Facebook / Soundcloud) mit ihrem „Roomba Rose Mix“. Elektronisch, nicht zu hart, und macht dir trotzdem Hummeln im Arsch.

http://soundcloud.com/parislanuitfr/villanova-x-paris-la-nuit-roomba-rose-mix

Direktlink

Le duo français @villanova-official vient de sortir son EP „Roomba Rose“ sur @my-favorite-robot-records. Ils seront tous les 2 mois en résidence au #Badaboum à Paris à partir du 20 février.

Tracklisting

  1. Jay Haze and Jordy Lockruf – Mulatar House (Soul Clap US)
  2. HearThuG – Büms (Sincopat)
  3. Mutism – Echo Cave feat Giorgia Angiuli (Faceless Records)
  4. Andre Salmon – Noob 1 (Unreleased)
  5. Motorbass – Off (Pias)
  6. Art Department – The Hunt feat BLUD (No.19 Music)
  7. Pastaboys – Deep Musique feat Osunlade (Rebirth)
  8. Villanova – Roomba Rose (My Favorite Robot Records)
  9. Adi Shabat & Eyal Cohen – Much Too Much (Motek Music)
  10. Nhar – In Spaces Between Part 1 (My Favorite Robot Records)
  11. Agoria – Helice (Hotflush)

Hübsch anzusehen auch, die Jungs. Mit Frauen läuft bei denen, könnte ich mir denken.

Amy Winehouse Sleeveface

Spätestens seit der Ska EP bin ich ja großer Amy Winehouse Fan. Monkey Man, You’re Wondering Now… geile Scheisse einfach. Und wenn ich irgendwann mal eine auf ’nem Flohmarkt finde, werde ich mir dazu standesgemäß und in guter alter Amy Winehouse Manier die Lichter ausblasen.

Bis dahin muss es eine kleine 7″ tun, die ich auf dem letzten Reggaejam mitgenommen hab. Die sieht ein bisschen ranzig und provisorisch aus. Auch klingt der Sound darauf so, als wäre die Platte aus den 60ern. Aber irgendwie muss das auch so sein, beim Ska. Und bei Amy Winehouse.

Die „Jolly Boys“ jedenfalls sind auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Das hindert sie aber nicht daran, sich Amys „Rehab“ nochmal anzunehmen, und daraus eine Mento-Version mit jamaikanischen Vibes zu klöppeln. Geht mir gut rein, supporte ich to the fullest. 80 Jahre alt, aber immer noch Saft in den Lenden – so muss das sein!

Direktlink