Alborosie

Von allen Reggaeartists, die ich bisher live erleben durfte, ist Alborosie sicherlich die coolste Sau. Auch wenn ich lange nicht alle seine Tracks feiern kann, so feier ich bei Alborosie alles das, was einen Künstler sonst noch so ausmacht, umso mehr. Dass er David Rodigan Props gibt, nachdem der seine Radiosendung aufgegeben hat, dass er sich seine eigene Maschinengewehr-Gitarre als Hommage an Peter Tosh baut, und dass er in seinen Songs immer wieder seinen Respekt für „den alten Reggae“ zum Ausdruck bringt, und dass er bei Live-Auftritten nicht nur seine Songs singt, sondern auf der Bühne eine richtige Show abliefert.

Dass er – neben seinen mal eher Lovers Rock mäßigen, mal eher oldschooligen Reggaesongs auch eine große Leidenschaft für Dub hegt, hat er schon mit seinen Alben Dub Clash und Dub The System (eine Dub-Version seines Albums „Sound The System“) unter Beweis gestellt.

Zur Zeit arbeitet er an seinem nächsten Dub-Release, das unter dem Namen „Dub of Thrones“ in die Läden kommen soll, und für das er mit dem Produzenten King Jammy zusammengearbeitet hat. Dabei legt er besonderen Wert darauf, für seine Produktionen die klassischen, analogen Geräte zu nutzen.

Und wenn man ihn da in den Shengen Studios an den Reglern drehen sieht, merkt man warum er mit 17 von Sizilien nach Jamaika gegangen ist. Und warum das sehr viel Sinn gemacht hat, in den Geejam Studios als Produzent und Engineer anzufangen, und sich von da aus weiter zu arbeiten.

Direktlink / via Reggaelize It!

Puppo Albo hat nicht nur das Handwerkszeug gelernt, und weiss wie er mit seinem Equipment umgehen muss. Er zollt auch den Großen der Szene regelmäßig und ehrlich seinen Respekt, hält die Altbewährten Sachen am Leben, und schafft es dabei trotzdem, neue Einflüsse mit rein zu mischen, und bei aller Nostalgie nicht altbacken zu klingen.

Lange Rede kurzer Sinn: ich hab viel für Alborosie übrig, und kann’s kaum erwarten die Nadel auf den „Dub of Thrones“ zu legen. Fast schon schade, dass das Album nicht auf BluRay erscheint, und man ihm live dabei zusehen kann.

Alborosie - Sound The System

Alborosie - Sound The System

Alborosie, für mich immer noch einer der coolsten motherfucker in der ganzen Reggaewelt, bringt am 01. Juli diesen Jahres (Deutschland-Release: 05.07.13) sein neues Album „Sound The System“ in die Läden.

Letzte Woche erblickte als erster Vorgeschmack sein neuer Track „Play Fool (To Catch Wise)“ das Licht der Welt. Und wenn mein verhurtes Gmail endlich mal gelernt hätte, dass Promo-Mails von VP Records nicht in den SPAM-Ordner gehören, hätte ich das Ding auch schon früher gebracht.

So hinke ich halt ein bisschen hinterher. Bin aber immer noch früh genug dran, um das Teil noch vor Release des Albums rauszuhauen. Mehr dazu gibt es dann, wenn die Scheibe draußen ist. Man darf sich aber schonmal freuen.

Nach 22 Jahren hat David Rodigan letzte Woche seine Radiosendung bei Kiss.FM an den Nagel gehängt. Der Sender wollte seine Show wohl in die Mitternachtsstunden verschieben, um den Slot für die neue Sendung von Craig David frei zu machen. Für Rodi, der scheinbar eh schon leicht angepisst war dass auf Kiss immer weniger Reggae läuft, war das wohl der berühmte Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte.

„Nö“ hat er gesagt, dafür sei ihm der Reggae zu schade. Ganz oder gar nicht. Auch wenn das nach 22 Jahren sicher keine leichte Entscheidung war. Man könnte jetzt mutmaßen dass der Verweis auf die „billigen Plätze“ einfach am Ego des alten (womöglich sogar einer der ältesten – und erfolgreichsten) Hasen im Reggae-Business, gekratzt hat, und er jetzt die beleidigte Leberwurst spielt.

Aber so wie ich den Teacher einschätze ist er „nur“ enttäuscht, dass der Reggae scheinbar nicht mehr angesagt und massenkompatibel genug ist, um ihn zur Prime Time zu senden. Und dass er das Ding einfach zu sehr liebt um nachts den Lückenfüller zu spielen. Verständlich, wenn man bedenkt dass er schon seit 1990 am Start ist, als Kiss.FM vom Piratensender zur „richtigen“ Radiostation avancierte, und der Teacher erst im Mai diesen Jahres den MBE für seine Verdienste im Zeichen der Musik erhielt.

Jedenfalls: die Sendung gibt’s nicht mehr. Und auch wenn ich sie nie regelmäßig gehört hab, macht’s mich doch ein bisschen traurig. Denn schließlich war David Rodigan derjenige der mich erst so richtig zum Reggae gebracht hat. Damals, im U-Club, als er plötzlich die Bühne betrat, und ich dachte „wat is dat für’n Mathelehrer?“

Als er dann die übelsten Bretter auflegte, und abging wie auf einer Mischung aus XTC und Speed. Rumbrüllend, mitsingend, mittanzend, und in voller Extase aus Liebe zur Musik. So hab ich mir einen Selecta immer gewünscht. Und seine Selection bringt mich – bis heute – immer in Verzückung.

Auch wenn andere schon von ihm gelangweilt sind, weil er „immer dasselbe“ auflegt: mich kriegt er jedesmal geflasht. Und ich freu mich immer auf Silverster-Shows in Wuppertal mit David Rodigan. Mit keinem anderen Sound lässt sich das neue Jahr so schön und friedlich begrüßen, wie mit David Rodigan. „One Love“ von Bob Marley als erster Tune im neuen Jahr – was gibt’s positiveres? Und welcher andere DJ zockt genauso euphorisch „Pon De River“ wie „My Boy Lollipop“? Welcher andere Selecta kann sagen „Damian Marley sent me this in an email yesterday“, oder kann von sich behaupten Bob Marley persönlich gekannt zu haben? Ich kenne keinen.

Und deswegen find‘ ich’s umso schöner, dass es Puppo Albo scheinbar genau so geht, und er sich direkt mal die Zeit nimmt ein angemessenes „Big Up“ in Richtung UK zu schicken.

Alborosie – Sir David Rodigan is an Icon

Genau wie David Rodigan, eine der coolsten Säue im Reggaebusiness. Und in meiner persönlichen „Hab ich dicksten Respekt für Sammlung“ einer der ganz großen. Und, nebenbei bemerkt, auch der Grund warum ich das letzte Video von Gentleman & Richie Stephens feiern kann. Nicht so sehr wegen dem Track, der zwar cool, aber lange nicht herzzerreißend geil ist. Sondern nur weil sich Puppo Albo in den Hintergrund „geschummelt“ hat. Wer ihn findet, kriegt’n Bier spendiert ;)

In diesem Sinne: Big up Rodi, Big up Albo. Blessed love. Riddim!

Alborosie – My Lady

Der hier geht raus an Camilla, die geile Sau von der Sparkasse, die gerade meine Kohle letzten Kröten gezählt hat, die andere an einem Wochenende verblasen, mir aber Miete und Strom für den ganzen Monat klarmachen. Ich weiss du denkst „ganz schön runtergerockt“, ertappst dich aber nachher selbst dabei dass du dich fragst wie sich das Gesicht wohl zwischen deinen Beinen anfühlen würde.

Gut.

Alborosie – Camilla

http://www.youtube.com/watch?v=rDQACiBaLac height=25]

To all di runtergerockten Rudebwoys weh don’t give a fuck.

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Ab morgen, dem 24.06.2011, steht Alborosies neues Album „2 Times Revolution“ endlich auch in den deutschen Plattenläden und Downloadstores zum Kauf bereit.

Edit: Vinyl-Release wurde auf den 15.07.2011 verschoben.

Und neben den von Alborosie gewohnten Roots-Reggae-Tönen erwarten uns auf dem 16 Track starken Album auch Einflüsse aus anderen Musikrichtungen und Kulturen. „Jahspel“ nennt Puppo Albo selbst diese Verschmelzung – eine Art Gospel mit jamaikanischen Einflüssen.

“I’m doing ‘Jahspel’ music instead, which is a form of gospel music. We’re redesigning the whole concept of it and I’m here to change everything, believe me.”

Wer Alborosie schon länger verfolgt, und seine Exkursionen in – und Experimente mit – anderen musikalischen Einflüssen kennt, der weiss dass Alborosie zu den Musikern Künstlern gehört, die gerne mal über den Tellerrand gucken, und sich auch an Klassikern bedienen. Egal ob nun „Tears„, in dem er Wendy Renes „After Laughter (Comes Tears)“ samplet, „Guess Who’s Coming To Dinner„, mit dem er Black Uhuru den gebührenden Respekt gezollt hat, sein „Dub Clash“ Album, das er fast im Alleingang produziert hat, und als Ode an „seinen Lehrer“ King Tubby verstanden werden darf: Alborosie ist sich seiner Einflüsse und Wurzeln sehr wohl bewusst.

Und er versteht es wie kaum ein zweiter dafür zu sorgen dass das Alte nicht in Vergessenheit gerät, indem er seine Lieblinge immer wieder aus der Plattenkiste holt, aufbereitet, verarbeitet, neu gestaltet, dabei aber den ursprünglichen Vibe nicht zerstört. Und so gleichzeitig den Youths die Ursprünge vermittelt, und die Heads spüren lässt dass hier einer auf der gleichen Wellenlänge surft.

Und so fühlt sich auch das Durchhören des neuen Albums an wie eine kleine musikalische Welt- und Zeitreise. So wird auf „La Revolucion“ unterstützt von kubanischen Klängen sowohl englisch als auch spanisch gereimt, auf „Raggamuffin“ mehr gerappt als gesungen, und somit dem Hip-Hop Tribut gezollt, auf „Soul Train“ das Wah-Wah-Pedal ausgepackt, bei „Grow Your Dreads“ die Youths geteacht, mit dem Etana Feature „You Make Me Feel Good“ ein würdiger Lover’s Rock Nachfolger für „Blessings“ gefunden, und bei „What If Jamaica“ die Steel Drums ausgepackt.

Wenn man sich jetzt noch zu Gemüte führt dass Alborosie nicht nur die meisten Instrumente selbst eingespielt, und den Großteil der Produktion selbst übernommen hat, sondern sogar die auf dem Cover gezeigte Gitarre (eine Nachbildung der M16-Gitarre von Peter Tosh) aus jamaikanischem Mahagony selbst gebaut (!) hat, dürfte man langsam merken was für ein großartiger, vielseitiger und talentierter Künstler hinter diesem Album steckt.

Alborosie – 2 Times Revolution – Trailer

http://www.youtube.com/watch?v=E8hbHoMuO_8]

Wer Reggae feiert und nur annähernd was für Musik und Kultur übrig hat, sollte sich dieses Album nicht nur kaufen und weiterempfehlen, sondern gleich gerahmt an die Wand hängen, täglich abstauben, und irgendwann seinen Enkeln vorspielen.

Tracklisting

  1. Rolling Like A Rock
  2. Respect (feat. Junior Reid)
  3. Who You Think You Are
  4. La Revolucion
  5. I Wanna Go Home
  6. You Make Me Feel Good (feat. Etana)
  7. International Drama (feat. Guiseppe Tarantino)
  8. Camilla
  9. Tax War
  10. Jesus He’s Coming
  11. Ragamuffin
  12. Soul Train
  13. Grow Your Dreads
  14. Rude Bwoy Love (feat. Perfect)
  15. What If Jamaica
  16. Games (Digital Exclusive)

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