Achtung! Dieser Post enthält u.a. nicht jugendfreie, sexuelle Ausdünstungen meines kranken Hirns sowie menschenverachtende Ansichten, vulgäre Diffamierung körperlich benachteiligter Frauen, und gesellschaftskritische Standpunkte. Außerdem findet sich in diesem Beitrag nicht gewollte Schleichwerbung für Footlocker, Kaufhof, iPods, weisse Sneaker, Hosenanzüge, Selters, Inka-Panflötenspieler und Spendenorganisationen.
Lesen auf eigene Gefahr!
Kurz zur Vorgeschichte: Die Tage hab ich meine Brille geschrottet. Mal wieder. Passiert mir irgendwie immer im Abstand von ein - zwei Jahren. Mitte durch. Bin dann zum Optiker, Sehtest gemacht, Brille war eh schon nen paar Jahre alt, könnte mal wieder ne neue her. Ne passende Brille zu finden war dann ne richtige Odyssey, den halben Laden anprobiert. Die einzige die einigermaßen aussah war nur in grün da, also blau und braun noch bestellt, “is aber erst nächste Woche hier, und dann dauert’s nochmal zwei Wochen bis die fertige Brille hier is”. Gut, ich muss aber was sehen beim Autofahren, und mit dem geflickten Schrottding hier seh ich aus wie Steve Urkle, damit lauf ich sicher nicht noch zwei Wochen rum. “Nehmen se Kontaktlinsen, die sind in zwei Tagen hier”. Gesagt getan. Seitdem lauf ich mit Kontaktlinsen rum und seh aus wie’n “gepopptes Eichhörnchen”, wie mein Vadder immer so treffend gesagt hat wenn ich mit vom kiffen glasigen Augen nach Hause kam.
Heute kam dann die Postkarte an mit der Nachricht dass meine bestellten Fassungen da sind. Also ab dafür denk ich mir. And this is where the story begins:
16.00 Uhr ist erstmal ne extrem beschissene Zeit um nen Trip in die Stadt zu starten. Das wurde mir schon nach den ersten 5 Minuten klar: im Dorf schnell noch was innen Briefkasten geworfen. Komm ich aus der Einbahnstraße raus, will links abbiegen, ist natürlich die komplette rechte Fahrspur zugeparkt und der Bus, der gerade ankommt, muss zur Passagierbeladung die andere Hälfte der Straße blockieren. Dahinter reihen sich fünf Autos ein, bis ich also mal durchstarten kann is der Track zu Ende. “Fuck it” denk ich mir, kein Bock auf die Trullas hier zu warten. Fährste halt rechtsrum. Is zwar Umweg und dauert im Endeffekt länger als die normale Strecke inklusive Warten, aber wenigstens biste unterwegs. Kannst rollen lassen. Keine Frustrationsschübe. Also reyds-öröm, wie wir hier sagen.
Schöööne Sache, Straße is frei. Gleich mal Frust ablassen und im dritten durchziehen den Schrotthaufen. Ja, da kommt Freude auf. Zumindest bis zu dem Moment an dem man sich nach links dreht, die geile Sau auscheckt, und auf einmal durch einen übergrellen, alles erleuchtenden, roten Blitz aus seinen schönsten Träumen gerissen wird. “FUUUUCK” denk ich. “Polente wieder, diese W****. Wie schnell simma denn? Knapp über sechzich. Meine Fresse, kost wieder nen Zwanni der Scheiss hier. Stellen sich auch wieder kurz vor’s Ortsausgangsschild die Nasen. Stadt braucht wieder Kohle, versteh schon. Da fällt mir auf: ich bin garnich angeschnallt. Saaauuuubere Sache aloha. Wenn schon reinrasseln, dann aber auch richtich, ne? Kannste locker nochma 40 Ocken drauf rechnen. Fängt ja geil an der Trip!
Und alles nur weil de keinen Bock auf die Schnecken hinter dem Bus hattest. Suuper Abkürzung Junge, hat sich ja gelohnt! Innerliches Kopf schütteln, dann zweimal links abbiegen, wollte ja noch an der Tanke vorbei (die ich jetzt mit 2km Umweg umfahren hab). 500m vor der Tanke gesellt sich der nächste Frustfaktor dazu: Autoschlange. Berufsverkehr. YES!
Also nochmal WARTEN. Hab ja sonst nix zu tun. Im Stop-And-Go gehts vorwärts. Olli Banjo singt was von Baseballschlägern. Passt ja. Ich denk aber an “Deutschland, Deutschland, hebt eure Arme”. Zu viele Menschen. Zu viele Autos. Zu viele Menschen mit Autos. Zu viele dumme Menschen mit Autos. “Gefühle haben im Straßenverkehr nix zu suchen” hat mein Fahrlehrer immer gesacht. “Wenn de Stress mit deiner Alten hast, setz dich nich hinter’s Steuer”. Super Tip. Problem an der Sache is nur dass die meisten “Gefühle” erst durch die Teilnahme am Straßenverkehr entstehen. Wie George Carlin sagt: “There’s a lot of shit you have to put up with when you’re driving. Like… red lights! When did this SHIT start? Drive a while, rest a while? I tried it, for like two months. Didn’t like it. Fuck it. I’m gone. I don’t stop at red lights anymore.”
Der Brainstorm rettet mich über die Wartezeit. Tanke. RedBull, Kippen, Bounty, Kaugummi. Danke. Weiter. Den ganzen Weg wieder zurück. Diesmal mit 100 an der Autoschlange vorbei gerast. Die ist mittlerweile nochmal gut 100m länger geworden. Erinnert mich an die Ansage von nem anderen Comedian Jeff Dunham zum Thema Verkehrsmeldungen (@5:00 Minuten): “I hate traffic reports. They’re a waist of time. For example: ‘Hey Jay there’s a lot of traffic out there, what’s going on?’ Me: ‘IT’S 8:00am IN THE MORNING! EVERYONE LEFT THEIR HOUSE AT THE SAME DANG TIME! BACK TO YOU!’ Other: ‘Alright at 5:30pm I’ll say the same thing. Exept guess what? They’re going the other way!”
Und ich such mir natürlich genau die Rush-Hour für meine Tour aus, war ja klar. Anyways, back to our story.
Ich gurk also weiter Richtung Innenstadt, muss an diversen roten Ampeln warten, hab aber zum Glück keine alten Opas mit Hut oder Mütter mit Kindern vor mir. Geht alles recht zügig. Bis ich dann wirklich in der Stadt angekommen bin. Zone 30. Auf der Hauptstraße. Neuerdings, wegen der Geschäfte links und rechts. Ich halte mich auch artig dran, ein Knöllchen am Tag reicht vollkommen. Auf einmal, hinter mir, wieder die grünen Männchen. “Ou Mann Alter, kann doch nich wahr sein heute. Ham die Betriebsausflug oder was?”. Lassen mich aber in Ruhe und biegen rechts ab. Will ich auch gemeint haben Jungs.
Nach ner halben Stunde Parkplatzsuche bleibt mir wieder nur das Parkhaus übrig. “Musste zwar länger laufen, steht die Karre aber wenigstens sicher und du musst nich soviel rumrangieren” denk ich mir. Gesagt getan. Rein, hoch (8. Etage! Ich sach ja, Rush-Hour!), parken, abschließen, iPod auf’s Ohr, Richtung Treppenhaus. Kommt mir nen Typ mit drei Tragetaschen entgegen, Marke Versicherungsangestellter der nach der Arbeit noch die Einkäufe macht. Weil ich so’n netter bin halt ich ihm die Tür auf, is ja auch nich einfach so schwer bepackt. Nen “Danke” kriegt er aber nicht raus. Wozu auch? Wir sind ja hier in Deutschland. Außerdem is Winter, da MUSS man ja scheisse drauf sein. Und mit Freundlichkeit sind wir Kartoffeln ja eh nicht gesegnet worden.
Unten angekommen dann die nächste Schlange am Ticketautomaten. “Meeeine Fresse” denk ich mir, “gibt’s hier was umsonst?”. Aber noch müssen wa ja nich bezahlen, also Mütze auf, Kapuze auf, und weider. Frei nach Clueso:
Ich und der Puls dieser Zeit wir bleiben im Flow
Das überschauliche Feeling gibt meiner Kleinstadt Niveau
So vieles mitzubekommen erleichtert mir so Raps zu schreiben
Damit ihr vor Begeisterung tobt
Ich weiß schon wieso ich raus geh in der Rolle die mir einfällt
Zufriedenheit liegt im entscheiden, wer ich sein will
Auf meinem Feld bis mein Focus sich einstellt
Klimpert in meinen Taschen gute Laune wie Kleingeld
Ich seh Ladys wie Joints gut gebaut
Im Takt schiebt sich mein Schuh durchs Laub
Durch den Park wie bergab lauf ich Stufen rauf
Steh am Bahnhof hör die Stimme aus ihrem Zug heraus
Ich bin so weit gleich beginnt für mich die Zeit zu genießen
In diesem Sinne bin ich für mich bereit
Bemalte Züge zu sehen auf übersichtlicher Weise
Wie’n tighter Gitarrist auf der richtigen Seite
Kurz vorm Kaufhof sitzt der erste Penner. Ich fummel in den Taschen, hab aber im Gegensatz zur guten Laune kein Kleingeld drin. Schade, gibts heute nix Meister. Am Kaufhof angekommen kommt nen langhaariger Student mit Balituch auf mich zu, reicht mir die Hand. “Watt, wer bis du denn?” denk ich. Ohrenstöpsel raus. “Hi, ich bin der (Namen vergessen), und du?” - “Carsten” - “Freut mich”. Und dann labert er mich voll von armen hungernden Kindern in Afrika. Im Hintergrund seh ich den Infostand mit lachenden schwarzen Mädchen drauf. Will Kohle haben der Typ. 6 EUR spendet er monatlich, erzählt er mir. Und das obwohl er Student ist. “Gute Sache” sag ich. “Willste nich auch?” meint er. “Wieso nich” sag ich. “Ich geb euch gerne was, aber nich monatlich mit Bankeinzug und so ‘ner Scheisse, Daueraufträge für Handy, Fitnessstudio und Co. haben mir schonmal das Genick gebrochen.” - “Ja nee, das Genick wollen wir dir ja nich brechen. Das wird einmal im Jahr abgebucht.” - “Sind dann 72 Euro auf einen Schlag” sag ich. “Und ich bin ne arme Socke.” - “Ich doch auch” meint er. “Es sind doch meistens wir armen Schweine die bereit sind was für nen guten Zweck abzugeben” sachta. “Da haste leider Recht” mein ich. “Und das is ne Riesenschweinerei wie ich finde. Die Bonzen bunkern ihre Kohle, der Bahnvorstand erhöht sich mal eben die Gehälter um 300%, lehnt aber die Forderungen der Lokführer ab. Der Staat kriecht den Konzernen in den Arsch, die Steuern für die upper-class werden immer weniger. Aber ansprechen tuste mich, den Typ mit der durchlöcherten Baggy und den dreckigen weissen Sneakers, weil ich wenigstens anhalte und dir zuhöre. Die Typen in den Anzügen winken doch gleich ab, möcht ich wetten.” - “Ja, ist leider so. Also wie sieht’s aus?” - “Wiegesagt, ich geb euch gerne mal ne Spende, aber von monatlichem Zeuch, Bankeinzug und so’n Kram, da lass ich die Finger.” - “Du kannst es ja kündigen wenn de knapp bist.” - “Das is mir schon klar, aber ich bin halt ‘n Verpeiler, bei mir dauert das immer ewig bis ich in die Pötte komm und sowas storniere, ich kenn mich. Lass mal gut sein. Ich find das cool dass ihr das hier macht, und ich wünsch euch dass ihr ordentlich was zusammenkriegt, aber bei Daueraufträgen und Bankeinzügen muss ich passen.” - “Okay, dann danke trotzdem und dir noch nen schönen Abend”. - “Dir auch”.
Ich lass den Schweizer Student und seinen Kollegen mit den Dreadlocks stehen, stöpsel die Köpfhörer wieder rein, und denk noch ne Weile drüber nach. Mal was spenden, das wär eigentlich ne Aktion. Nix mit Dauerauftrag, einfach einmal was abdrücken und gut. Nächstes Jahr mal wieder. Der November war teuer genuch, und der Dezember wird nochmal teuer. Aber danach, wenn wieder ‘n bisschen Spiel is in der Kasse.
Also weider zum Optiker. Vorbei an den Ständen vom Weihnachtsmarkt, den kandierten Mandeln, den Würstchen- und Glühweinbuden, an irgendwelchen Panflötenspielern die vor’m Footlocker nen Stand mit CDs aufgebaut haben und Guru’s Jazzmatazz übertönen, das mir bis eben auf die Ohren schallte.
Beim Optiker angekommen erstmal ne lange Schlange. Schon wieder warten. “Is aber auch schlimm heute”. Hinter der Theke steht mein “Lieblingstyp” Verkäuferin: Von weitem schon als viel zu fett erkennbar, mit nem Arsch der eigentlich nen Aufkleber “Vorsicht, Gesäß schwenkt aus” bräuchte, rot gefärbte, kurze Haare, und ein Grinsen auf dem Gesicht dass einem schlecht werden könnte. “ihihi, ähähä” schallt es aus ihrem Mund. “Wenn sie mir dann noch ihren Namen verraten würden”, “darf ich ihnen die (Kundenkarte) mal kurz klauen?” - klauen(!) da krieh’sch ja sowieso Plack. “Darf ich ihnen die mal klauen?”. Boah! Tu mir nen Gefallen und geh’ kacken, echt jetzt!
Ich mach’s kurz als ich drankomm, probier die beiden Fassungen aus, und bin eigentlich ganz froh als sie sagt “sie können oben noch nen Moment Platz nehmen, die Kollegin kommt gleich”. “Die Kollegin kommt gleich”. Sehr gut. Brauch ich mich mit der gekünstelt überfreundlichen Kackbratze nicht mehr rumschlagen.
Geh ich also hoch, chill mich in einen der fetten, schwarzen, ultragemütlichen Ledersessel. *schawing* sacht das. aloha sitzt. Beine breit, Hose ne Ecke tiefer, Jacke auf, Mütze aus, iPod wieder rein, Guru an, bin ich zufrieden. Sitzt man drin wie King Lui. So nen Sessel würd ich glatt mitgehen lassen. Schööööönes schwarzes Leder. Gut gepolstert. Ordentlich breite und lange Armlehnen, so muss das sein. Eigentlich, glaube ich, komme ich nur wegen dieser Ledersessel in den Laden. Ich mag die Viertel bis Halbe Stunde die ich da im Sessel sitze und “auf die Kollegin warte”. Und ich mag sie noch mehr wenn ich meine eigene musikalische Unterhaltung dabei hab. Bei meinem letzten Besuch hatte ich das Hörbuch von George Carlin auf den Ohren, “When Will Jesus Bring The Pork Chops”, und hab mich dabei nur beömmelt. Sieht sicher total hirnverbrannt aus wenn da einer sitzt und sich permanent in’s Fäustchen lacht. Tangiert mich aber periphär, mir macht’s Laune, und das is das Wichtigste.
Irgendwann kommt die fette Schabracke nochmal, bietet mir was zu trinken an. “Käffken?” - “Käffken… du fette Sau… bring mir nen Caipi, mit ordentlich Zucker und Eis, dass ich was zum knirschen hab. Und dimm mal das Licht! Is ja viel zu hell hier! Rotes Licht wär geil. Und ne Stange, an der die Ladies tanzen können. Wo wir grad dabei sind: Ladies wär’n auch nich verkehrt! Was is ‘n schöner Club ohne ein paar hübsche Fraun’ in schicken Kleidern? Eben! Also zack-zack, kannste dir’n bisschen Fett abtrainieren! Und dann mach dass du hier rauskommst, dich will ich heut nich mehr sehn!”. Ja, so hätt ich’s gerne gesacht. “Wasser is OK” hab ich dann wirklich gesacht. “Kommt sofort.”
Schönes Wasser. Mit Kohlensäure zwar, aber Selters. Schöne Flasche. Ne blaue, schöne Form, die Dinger hatten wir damals in der Chefetage auch. Für “Meetings”. Hohe Tiere unter sich. Die saufen kein Wasser aus der Plastikpulle, die brauchen was dekadentes. Tablewater aus der Luxusflasche mit ordentlich gespülten Gläsern. Ich nich, ich sauf auch aus der Plastikpulle. Aber mei, zurück gehen lass ich’s deswegen auch nich, wa?
Ziemlich zeitgleich zum letzten Schluck Wasser kam dann auch die Kollegin, und hat mich aus meinem Chillsessel geholt und auf nen läppischen Holzstuhl geparkt. Bisschen am Computer rumspielen, paar Zahlen eingeben, mit Filzstift auf die Brille malen, mich mal anprobieren lassen (”oh, da müss mer aber noch anpassen” - “ja ich weiss, ich glaub ich hab schiefe Ohren, Brillen sitzen bei mir immer schief”), und dann der Spruch “schauen sie mir mal bitte in das linke Auge. Gut. Und jetzt in das rechte. Gut”. Und da merk ich erst was die für krasse Augen hat. Tierisch kleine Pupillen (kein Wunder so hell wie das hier is), und eine Iris… moah. Sowas hab ich ja noch nie gesehen. Blaue Augen und jede Menge ganz hellblaue Äderchen (oder wie auch immer die Striche in der Iris heißen) drin. Krass. Schön. Unique.
Da komm ich auf den Geschmack und guck mir den Rest so an. Schöne, zwar ziemlich kleine, dafür aber extrem pralle, knackige Tittchen hat sie, die Augen-Optikerin. Nen süßen Knackarsch der in dem Hosenanzug ganz gut zur Geltung kommt. Erinnert mich an jemanden. Meinen letzten One-Night-Stand (nicht dass ich davon viele hätte, aber es war nunmal einer), die hatte auch schwarze Haare ungefähr in der Länge. Und süße pralle Tittchen gepaart mit nem süßen Knackarsch. Kann mir eigentlich ganz gut vorstellen wie Madame Optikerin mit der krassen Iris nackt aussieht, sind sich ja recht ähnlich die beiden. Altersmäßig müsste es auch ungefähr passen, paar Jahre älter vielleicht. Ich guck auf die Uhr. 18.30 isses, 19.00 Uhr machen die zu… Hmm… noch en bisschen hinhalten und dann Nümmerchen auf dem geilen Ledersessel? Zeit hätte ich ja, bis zur Nachtschicht sind’s noch locker zwei Stunden.
Ich denk wieder an den One-Night-Stand, daran wie geil sich nach so langer Zeit der Abstinenz (ich brauch immer extrem lange um nach ner gescheiterten mehrjährigen Beziehung wieder auf Frauen klarzukommen) zwei pralle Titten angefühlt haben. Mal wieder begehrt werden, das war geil. Bisschen lecken, kneten, fummeln, stöhnen… Liebe machen halt, auch wenn keine Liebe in dem tieferen Sinne zugegen war. Auf einmal spiel ich das mit der Optikerin durch. Pullover aus, Hemd aus, whooozaaaaaa, da sind sie, die zwei süßen. Yammy!
Und durch den Nebel meines sexuellen Dämmerzustands hör ich auf einmal irgendwas von einfacher und doppelter Entspiegelung, von Lieferzeiten, Kosten, und so’n Scheiss. “Whoops, da is wohl einer ab-gay-drrriftet Alter, komm mal wieder nen bisschen zurück in die Realität.” Ich versuch mich auf ihr Gerede zu konzentrieren, und so wie’s aussieht scheint das auch ganz gut zu klappen, zumindest so gut dass sie nicht merkt wo ich mit meinen Gedanken gerade war, und eigentlich immer noch bin, denn so wirklich lösen kann ich mich von der Vorstellung nicht.
“307 Euro zusammen, wenn sie noch die Versicherung für zwei Jahre dazu nehmen nochmal 40 mehr” - “Jaaa, Versicherung is guuuut (passiert mir ja öfter das ich Brillen schrotte oder vergesse), machen wir.” - “Okay, dann bräuchte ich noch ne Anzahlung von 20 Euro, ohne machen wir nicht mehr.”
“Scheisse!” denk ich. “Koooohleee Alda! Haste ja jetzt total verplant!” Ich kram in der Tasche und im Portemonnaie, krieg aber nur zwei Fünfer zusammen. “Die Hälfte hab ich. haha.” - “Njaa, das reicht nich ganz. Oder halt mit EC-Karte, geht auch” - “Ja Baby, wenn ich dir jetzt erzähle wo mein Kontostand steht, und dass ich nichtmal meine EC-Kartennummer im Kopf habe, seit ich vor gefühlten 3 Jahren die neue Karte bekommen hab, erklärst du mich für total hirnverbrannt” denk ich. “Mmmh, jaaa, neee, dann muss ich morgen nochmal vorbeikommen, hab ich nicht dran gedacht jetzt.” - “OK, geht auch.”
“Einen auf dicke Hose machen geht aber anders”, sagt mein Hirn. “Wenn die auf dicke Brieftaschen steht kannste dir die Nummer auf dem Ledersessel jetzt abschminken” - “War sowieso mehr ne Vorstellung als ‘n Plan Alter”, entgegne ich, verlasse den Laden (”bis morgäääääääähn”), freu mich beim pinkeln auf dem Parkhaus-Klo noch über Anti-Drücker-Schwarzlicht-Optiks und daraus resultierend leuchtende weisse Sneakers, und mach mich auf den Weg nach Hause. Ich hab wieder Futter für nen Brainstorm, das muss schnell raus!