René freut sich dass die Umsatzzahlen im Hip-Hop zurückgehen, Simon kommentiert dazu, ich kommentier jetzt Simon: Auch Gangsterrap hat seine Daseinsberechtigung. Genauso wie Studentenrap, Müslirap, Conscious-Rap, Battle-Rap und Blödelrap. Schade isses halt nur wenn sich die Medien nur auf eine Schiene beschränken und damit das immer gleiche, einseitige Bild von Hip-Hop zeichnen. Das im Moment aus Musik aus dem Ghetto, Schimpfwörtern, frauenverachtenden Texten, und Gewalt besteht. Aber das geht ja nicht nur uns Hoppern so, das ist ein allgemeines Medien-Problem. “Es dreht sich alles um Gewalt oder Sex” - es ist einfacher die vorgefestigte Meinung der breiten Masse zu unterstützen, und weiter Öl ins Feuer zu gießen. Gibt ja auch mehr Einschaltquoten, wenn man King Orgasmus zu Maischberger einlädt und die Zuschauer permanent mit dem Kopf schütteln und Hip-Hop abstempeln können als eine (mehr oder weniger) inhaltliche Diskussion mit Samy Deluxe.
Seitens der Künstler ist die Bereitschaft ja da, ich sach nur Brothers Keepers und Co. Aber wenn für die Medien keine Kohle rauszuholen ist, haben die da auch keinen Bock drauf. (Gut gemeinte aber schlecht ausgeführte) Ausnahmen bestätigen die Regel.
Gut dass Sony mit seinem Massiv-Kram ordentlich auf die Schnauze fällt, merken die vielleicht auch mal dass ein bisschen mehr dazu gehört um Platten zu verkaufen und Support zu kriegen.
Trotzdem wird sich an dem Angebot für die breite Masse nicht viel ändern. Und wer sich wirklich dafür interessiert, der muss halt Alternative Kanäle nutzen und sich selbst ne Meinung bilden. War schon immer so. Das Problem dass viele Kinder oder Jugendliche das Zeug ungefiltert konsumieren und dann übernehmen müssen die Eltern und der Staat in den Griff kriegen. Die Eltern indem sie ihren Kindern Werte vermitteln, Zeit mit ihnen verbringen, und sie nicht einfach vor dem Fernseher oder PC parken, und der Staat, indem er was in Bildung und Kultur steckt. Interessanter Schulunterricht, Kontakt zu den Schülern, Jugendzentren in denen man seine Zeit verbringen und sich ausleben kann, Jugendveranstaltungen, alternative Programme (in Radio und TV, WDR macht das ganz cool wie ich finde), etc. pp.
Wenn man im Ghetto aufwächst, die Eltern nie für einen da sind, und man keinen Ort hat, an dem man seinen Tag verbringen kann, und auf der Straße und in der Schule nur Gewalt und Drogen mitkriegt, isses kein Wunder dass man sich mit Bushido identifiziert und auf den Zug aufspringt.
Das dann noch auszunutzen indem man Leute wie Massiv pusht um den Kids dafür auch noch ihr Taschengeld abzuknöpfen, und sich dann über illegale Musikdownloads aufzuregen, ist schon arsch hinterfotzig. Aber so sind se, die “Business Assholes”.
Dass die “Rap-Sales” zurück gehen, geht mir dabei aber gewaltig am Arsch vorbei. Ob Jay-Z jetzt 100.000 oder 500.000 Alben verkauft interessiert mich null. Genauso ob 50 Cent jetzt auf Platz 1 steht oder Kanye. Und auch ob Britney Spears bei den VMAs Hauptact ist, oder Kanye. Und wenn Kanye angepisst is wie’n kleines Kind weil er zweimal hintereinander nicht das Sahnestück gekriegt hat, und sich dann im Radio-Interview darüber beschwert, und gleichzeitig von seinen Autos und Cribs schwärmt, kriegt der von mir auch kein Mitleid. Die Spitze des Eisbergs ist doch mehr oder weniger uninteressant. Interessant ist erst das was unter der Oberfläche ist.