1. Einleitung

Diese Anleitung befasst sich mit den notwendigen Einstellungen um mit SAM Broadcaster auf einem Internetstream senden zu können. Habt bitte Verständnis dafür dass ich hier nicht auf alle Features von SAM eingehen kann – dafür ist das Programm zu umfangreich. Wir wollen uns hier nur mit den wirklich notwendigen Einstellungen befassen und ich will euch die grundlegenden Funktionen erläutern damit ihr sowohl Musik streamen als auch eine Moderation durchs Mikrofon machen könnt.
Alles weitere müsst ihr euch entweder selber aneignen (Learning By Doing), die SAM-Hilfe zur Hand nehmen, oder mal im SAM-Forum
vorbeischauen. Auch ich kenne noch lange nicht alle Features und entdecke immer wieder Neues.
Ich habe an der Stelle Encoders versucht sowohl die notwendigen Einstellungen für das u4us-Webradio, als auch für das rockwilder-Webradio aufzugreifen. Sofern ihr bei einem anderen Stream senden wollt müsst ihr Sachen wie URL, Passwort, usw. beim jeweiligen Radiostream erfragen und in SAM übernehmen.
Wer nach diesem Tutorial immer noch Probleme haben sollte oder Fehler in der Anleitung entdeckt kann mich gerne anlabern, die entsprechenden Möglichkeiten mich zu erreichen findest du unter “Contact”.

Solltet ihr euch entscheiden SAM Broadcaster zu kaufen, tut dies doch über den folgenden Link und supportet damit alohastone.com:


Spacial Audio Solutions - SAM Broadcaster

Gehen wir also an’s Eingemachte.

2. Installation

Zuerst müsst ihr euch natürlich SAM Broadcaster herunterladen – sofern ihr das noch nicht getan habt. Den Installer gibts hier. Wenn ihr die Datei gespeichert habt, startet sie und installiert SAM – inklusive einer Datenbank. Bei SAM2 war MySQL noch dabei, beim 3er müsst ihr MySQL vorher selbst installieren – oder ihr nehmt einfach die mitgelieferte Datenbank. Sofern ihr eure Playliste nicht PHP-mäßig exportieren wollt sollte die mitgelieferte DB auch reichen.
Eigentlich war’s das schon für die Installation. Vielleicht wäre noch sinnvoll zu erwähnen dass ihr SAM für 30 Tage testen könnt – das Tool ist kostenpflichtig. Nach den 30 Tagen müsst ihr die Software also entweder käuflich erwerben, oder ihr schaut euch im Internet mal nach alternativen Wegen um, mit denen man das Programm voll nutzen kann.
Ich kann aber an dieser Stelle keine näheren Informationen dazu preisgeben, das müsst ihr schon selber in die Hand nehmen.
Wenn ihr also SAM installiert habt startet ihr das Ding erstmal:

3. Überblick

Wenn du alles richtig gemacht hast sollte das Ganze jetzt so aussehen:

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Screenshot klicken zum Vergrößern (im neuen Fenster)

.. zumindest so ähnlich. Bei dem Screenshot den du hier siehst habe ich mir die Fenster schon so angeordnet wie ich das brauche. Du kannst jedes Fenster frei bewegen, schließen, oder über “Window” einblenden.
Darüber hinaus hast du 3 verschiedene Desktops (A, B, C), die du dir so einstellen kannst wie es dir passt. Aber mehr dazu später.
Wichtig ist dass du dir klarmachst dass der Desktop aus mehreren Fenstern besteht die du selber zusammenstellen und anordnen kannst; und dass du oben zwischen den Desktops wechseln kannst. Darüber hinaus hast du in dieser Leiste immer Zugriff auf die Play – Pause – Stop – Skip – Buttons und du kannst zwischen Auto DJ – Play Queue – Manual DJ umschalten. Auf den Sinn dieser drei Optionen kommen wir aber in Kapitel 5 ausführlicher. Fangen wir mit der Playliste an, denn dort zeigst du SAM wo deine MP3s liegen:

4. Playlist

Okay, damit du Tracks abspielen und die Suchfunktion von SAM nutzen kannst musst du deine MP3s erstmal einfügen. Wir befassen uns also mit dem Fenster “Playlist”:

Du siehst oben einen Haupt-Ordner Playlist, darunter taucht ein Ordner “Tracks” auf (auch Category = Kategorien genannt). Du kannst deine MP3s in solche Kategorien sortieren (z.b. Charts, HipHop, etc.) um den überblick zu behalten. Neue Kategorien kannst du mit Rechtsklick > New erstellen.
Im Fenster darunter siehst du dann die MP3s aufgelistet die sich in der jeweiligen Kategorie befinden. Über das grüne Plus-Zeichen kannst du einzelne Dateien oder komplette Ordner in die jeweilge Kategorie einfügen und über das rote Minus-Zeichen wieder entfernen.
Das Ganze sieht dann folgendermaßen aus:

> Den Pfeil neben dem Plus-Zeichen anklicken > Add Directory (= Ordner hinzufügen).

Dann suchst du den Ordner aus in dem du deine MP3s hast und klickst auf OK. Diesen Schritt wiederholst du so lange bis alle MP3s die du spielen willst aufgenommen sind (Include subdirectories = Unterverzeichnisse eingeschlossen).
So, das war’s dann auch schon für die Playlist. Wenn du nun einen Song doppelklickst wird er in die Queue eingefügt und kann abgespielt werden (Alternativ den Song einfach bei gedrückter linker Maustaste in die Queue ziehen). Wozu die anderen Kategorien gut sind muss du selbst rausfinden; oder du ignorierst sie einfach.. Nur soviel sei gesagt:
Unter Special > Sweepers > Sound FX kannst du Dateien hinzufügen die du später über das Fenster “Sound FX” per Knopfdruck einspielen kannst. Sehr praktisch für kurze Jingles, Lacher, Sprüche, etc. Mehr dazu später..

5. Queue

Die Queue ist (wie vielleicht dem ein oder anderen aus Tools wie eMule bekannt) die “Warteliste”. Hier werden die Tracks angezeigt die noch gespielt werden sollen – und in welcher Reihenfolge sie gespielt werden sollen:

Einfügen kannst du Tracks entweder indem du sie von der Playliste in die Queue ziehst (bei gedrückter linker Maustaste), du sie in der Playlist doppelklickst, oder über die aus der Playlist bekannten Buttons: grünes Plus = hinzufügen, rotes Minus = entfernen (siehe 1). Die nebenstehenden Buttons sind eigentlich selbsterklärend: Lupe = Suche, Diskette = speichern, etc.
Darunter werden die Tracks aufgelistet die gespielt werden sollen:
ETA (siehe 2) = Um welche Uhrzeit wird er Track starten?
Artist- Title = klar, oder?
Duration (siehe 3) = Spielzeit des Tracks

Ganz unten siehst du dann noch eine Übersicht darüber wieviele Tracks sich in der Queue befinden und wie lang die Gesamtspielzeit alles Tracks ist (praktisch wenn man nur 60 Minuten zum Streamen hat).

6. History

Tja zur History gibt’s gar nicht viel zu sagen. Hier kommen automatisch alle Tracks rein die gespielt wurden. Angezeigt wird die Zeit wann sie gespielt wurden, der Interpret & Titel sowie die Gesamtspielzeit.
Per Doppelklick oder Ziehen mit der Maus kannst du die Tracks aus der History wieder in die Queue holen und erneut abspielen.

-UPDATE-
Viele haben mich gefragt wie man die History wieder löschen kann – hier die Erklärung:
Klickt oben in der SAM-Menüleiste auf “Tools” > “Maintenance” > “Clear History”. Das Fenster was dann erscheint bestätigt ihr mit “Yes” – und fertig. Wenn ihr SAM jetzt beendet und neu startet ist die History komplett leer.

7. Decks

Die Decks funktionieren wie zwei Turntables bei normalen DJs (oder, für die PC-Freaks: wie zwei WinAmps). Über die Decks kannst du einen Track abspielen, pausieren, stoppen, die Lautstärke regeln, etc. Angezeigt wird Interpret und Titel, die Gesamtspielzeit (Tot = Total), die aktuelle Position (Cur = Current), die verbleibende Zeit (Rem = Remaining) sowie Infos über die Qualität.
SAM spielt den ersten Track immer in Deck A, den zweiten in Deck B, den dritten wieder in Deck A usw. ab. Sofern du SAM nicht im Manual DJ Mode betreibst holt er sich die Tracks automatisch in die Decks; ansonsten kannst du Songs einfach mit gedrückter Maustaste in ein Deck ziehen oder den entsprechenden Track in der Queue doppelklicken.

8. DJ Control

Wo wir eben so einen schönen Vergleich von den Decks zu den Turntables gezogen haben ziehen wir doch gleich noch einen: Die DJ Control fungiert bei SAM als Mischpult. Hierüber lassen sich Tracks faden (= Übergänge optimieren). Es gibt dafür verschiedene Optionen. In der Regel genügt ein Klick auf “Auto” um den aktuellen Titel auszufaden. SAM spielt im Anschluss automatisch den nächsten Song aus der Queue ab.

Wer mehr braucht: Wenn du den Balken oben links (Manual Crossfade) nach Links ziehst, wird der aktuelle Track automatisch leiser, und der nächste Track automatisch gestartet und immer lauter.
Wenn du ihn nach rechts ziehst, startet der nächste Track ebenfalls. Allerdings direkt mit einer Lautstärke von 100%. Der aktuelle Track wird dann langsam leiser.
Wenn du entweder ganz links oder ganz rechts angekommen bist wird der aktuelle Track automatisch gestoppt.
Wenn du den Balken links unten (Manual Fade) nach links ziehst, wird der Track in Deck B leister. Wenn du ihn nach rechts ziehst, wird der Track in Deck A leiser. Allerdings musst du hier die Tracks selber starten (Play-Button), SAM macht das in dem Fall nicht automatisch.
Das kleine Rechteck in der Mitte setzt den Balken wieder auf die Ausgangsposition (Mitte = beide Decks auf 100% Lautstärke) zurück.
Mit den Reglern auf der rechten Seite lässt sich die Geschwindigkeit der Tracks anpassen – hier müsst ihr allerdings selber mal ausprobieren, da bin ich selbst noch nicht dahintergestiegen.
Unter “File > Config > Crossfading” lassen sich außerdem die “Regeln” für’s (automatische) Crossfading verändern; spiel damit ein bischen und du wirst merken wie sich das auswirkt ;o)

9. Voice FX

Tjaaa… die Voice FX.. Hierüber regelst du alles was mit dem Mikro zu tun hat:

Um eine Ansage zu machen solltest du zuerst das Mikro anschalten (Klick auf Mic off > Lämpchen leuchtet> Mic on erscheint) und dann entweder den Button “Press to Talk” gedrückt halten ODER einmal auf “Lock talk” klicken.
Die Spalte Volume regelt die Lautstärken für Mikro und Hintergrundmusik während der Ansage. “Fade time” gibt an wie lange es dauert bis SAM die Musik auf den angegebenen Level runter- und das Mikro auf die angegebene Lautstärke hochgeregelt hat (Out) bzw. nach der Ansage wieder zurückgeregelt hat (In). Wenn die Ansage beendet ist, einfach “Press to talk” loslassen, ODER nochmals auf “Lock talk” klicken.

Über den Button “Config” kannst du ein Audiogerät auswählen und direkt in den Windows Mixer gelangen. Über “EQ” kannst du den Equalizer umstellen – hier einfach selber ausprobieren wie’s sich auswirkt.

10. Sound FX

Sound FX dient zum Einspielen von kurzen Ansagen, Jingles, etc.
Über die Playlist kannst du hier Tracks einfügen:

Einfach in die oben gezeigte Kategorie gehen und über das Plus-Zeichen Dateien einfügen. Sämtliche Tracks erscheinen dann im Fenster Sound FX (evtl. vorher auf das Symbol oben links [Blatt mit Lupe] klicken um die Anzeige zu aktualisieren) und können per Klick auf den jeweiligen Button eingespielt und je nach Bedarf via Stop vorzeitig gestoppt werden.

11. Encoders

Jetz wird’s wichtig: Die Encoders sagen SAM zu welchem Stream er sich verbinden soll und in welcher Qualität die MP3s gestreamt werden sollen. Wechsel zuerst in den Desktop B und klick im Fenster Encoders auf das Pluszeichen. Es öffnet sich folgendes Fenster:

Logischerweise wählst du hier MP3 als Format aus, und zwar den ersten Eintrag (MP3 and MP3Pro, NICHT Legacy MP3). Danach klickst du auf OK. Es kommt wieder ein neues Fenster in dem du die Einstellungen folgendermaßen setzen musst sofern du bei u4us streamen möchtest:

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Für Rockwilder kannst du die Qualität bis auf 128kb/s hochsetzen, was allerdings auch mit DSL kaum möglich ist. Sofern du keine Uploads an hast sollte eine Qualitt von 96 kb/s vollkommen ausreichen. Weiter geht’s mit dem Reiter “Server Details”:

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Wichtig ist der Haken bei “Enable title streaming”, sonst wird der Songtitel nicht angezeigt. Sachen wie “Station Name” usw. sind für u4us nicht von Belang da sie sowieso nicht angezeigt werden.
Bei Rockwilder ist der Server Type ShoutCast; Sachen wie Server IP & Passwort erfährst du im DJ-Forum.

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Über die Option “Stream Archive” kannst du deine Show als MP3-Datei auf der Festplatte speichern; die Einstellungen hierfür sollten selbsterklärend sein.

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Nach einem Klick auf OK sollte das Encoders-Fenster jetzt so aussehen wie oben abgebildet. Wenn du den angelegten Eintrag jetzt anklickst und oben auf das Play-Zeichen klickst verbindet sich SAM zum Stream und die Show kann beginnen. Sofern’s geklappt hat sieht das Ganze dann so aus:

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Der Status wechselt von “Idle” zu “Encoding” und bei “Description” seht ihr die gestreamten MB und die bereits verstrichene Sendezeit. Bei u4us schaltet der Stream nach 60 Minuten automatisch aus weil das Passwort immer nur für 60 Minuten gilt; bei Rockwilder musst du zum Disconnecten oben auf den Stop-Button klicken.

Bei evtl. Fehlermeldungen (werden bei “Description” angezeigt) solltest du das Passwort nochmal überprüfen oder einfach nochmal per Play-Button neu connecten.
Tja und das wär’s dann ;o) Mehr Infos findest du bei u4us im Webradio-Bereich, im Webradio-Forum, in der DJ-Area (Zugang nur für DJs), und auf der SAM-Homepage.Bei Fragen kannst du dich gerne an mich wenden (siehe Kontakt).

Viel Spaß beim Streamen!


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