Warum nicht alle Cookies böse sind, wie du als Blogger alte Beiträge aktuell halten kannst, und warum wir alle wieder mehr in Blogs kommentieren sollten

Am 11. Juni hatte das alohaWEBLOG Geburtstag. 12 Jahre läuft jetzt hier schon WordPress im Hintergrund, und ermöglicht mir wann immer ich will meinen Kram in die Welt zu posten.

Über die Jahre gab es immer mal Phasen in denen ich aktiver war, und Phasen in denen ich das Blog habe links liegen lassen. Das ist manchmal vom Alltag, manchmal vom Musikinput, und manchmal von der Motivation abhängig. Ich war aber immer froh die Möglichkeit zu haben, mich jederzeit ran setzen zu können wenn ich das will. Is’ ähnlich wie mit dem Auto: das steht auch die meiste Zeit nur rum; gibt mir aber das gute Gefühl wann immer ich will einsteigen und losfahren zu können.

Was die DSGVO damit zu tun hat

Wegen des ganzen Palavers mit der DSGVO musste ich mich nach einer längeren Auszeit zwangsläufig damit auseinandersetzen wie es hier weitergehen soll. Bin ich wirklich bereit die Zeit für die ganzen technischen Umstellungen zu investieren? Oder geh’ ich den unkomplizierten Weg und schalte das Ding einfach ab?

Irgendwie lag mir das ganze dann doch zu sehr am Herzen, um es einfach einzustampfen. Also habe ich über Wochen Plugins installiert, Plugins rausgeschmissen, am Theme gefummelt, Artikel gelesen, mich mit Leuten ausgetauscht, und für mich eine Lösung gefunden, mit der ich gut klar komme. Sowohl technisch als auch optisch, und mit möglichst wenig Beeinträchtigungen für euch, die Leser.

Soweit ich das als Nicht-Jurist beurteilen kann, ist dieses Blog jetzt DSGVO-konform unterwegs, sammelt so wenig Daten wie möglich, und gibt – was mir am wichtigsten war, keine davon an irgendwelche Dritten weiter. Aber darauf möchte ich in einem nächsten Artikel detaillierter eingehen.

Für diesen Beitrag wichtig ist nur, dass die DSGVO mich dazu gebracht mich mit dem Content in diesem Blog noch einmal genauer auseinanderzusetzen.

12 Jahre sind (auch und gerade im Internet) ne lange Zeit

Wenn man seit 12 Jahren Beiträge schreibt, und dabei überwiegend auf Content aus fremden Quellen baut, sammeln sich über die Jahre doch einige tote Links. Blogs aus der Blogroll (die teilweise zeitgleich mit mir angefangen, mittlerweile aber aufgehört haben) existieren nicht mehr. Bilder sind im Zuge diverser Serverwechsel falsch verlinkt, und so manches Video & Mixtape ist der Schnelllebigkeit des Internets zum Opfer gefallen.

Ich kann nicht sämtliche Beiträge der letzten Jahre durchgehen, und auf tote Links überprüfen. Dafür sind das einfach zu viele. (Genau deswegen musste übrigens im Zuge der DSGVO auch für die eingebetteten Videos und Mixtapes eine automatische Lösung her)

Was mir die Besucherstatistiken verraten

Das beste Kontrollmittel um solche (immer noch) beliebten aber veralteten Beiträge rauszufischen sind die Besucherstatistiken. Wenn ich da so reinschaue, landen immer noch viele Besucher über Google auf diesem Blog. Oftmals sind das Beiträge die ich zur „MPM-Hochzeit“ (in der es aus dem Hause Hodn / Twit / Retrogott fast wöchentlich ein neues Mixtape gab) schrieb, und bei Google entsprechend rankte. Man verlinkte sich in der Blogosphäre noch untereinander und “teilte sich den Kuchen“, indem man sich gegenseitig supportete. Auch für die Leser waren Blogs glaube ich ein beliebter Filter, um über neue Releases informiert zu werden. Heute hat jeder selbst einen Account bei YouTube, Spotify, Twitter und Instagram, und kann die Kanäle / Künstler die er geil findet selber abonnieren. Verständlicherweise gehen deswegen auch die Leserzahlen zurück.

Warum nicht alle Cookies böse sind

Was mir aber auffällt ist, dass seit wir als Seitenbetreiber im Zuge der DSGVO Usern die Möglichkeit geben müssen, Cookies abzulehnen, tatsächlich die Mehrheit diese Möglichkeit wahrnimmt. Auch das ist cool, und eure Entscheidung. Da aber heutzutage auch keiner mehr Kommentare im jeweiligen Blog schreibt, sondern höchstens bei Facebook seinen Like / Senf da lässt, hat man als Seitenbetreiber irgendwann gar keine Form des Feedbacks mehr, und sieht nur das einsame Tumbleweed durch die Prärie fliegen.

tumbleweed

Ich für meinen Teil hab mir Mühe gegeben, Google Analytics durch Matomo zu ersetzen, und die Besucherstatistiken in diesem Blog und auf meinem Server zu halten – inklusive IP-Anonymisierung. Ich hab den datensammelnden Facebook-Like-Button (schon vor einer ganzen Weile) rausgeschmissen, YouTube-, Soundcloud-, und anderen eingebetteten Inhalten eine (cookie- und trackingfreie) Info vorgeschaltet, und sogar die Google Fonts lokal gehostet. Es gibt also in diesem Blog nichts mehr, was ohne deine Einwilligung in die USA oder sonst wo hin funkt. Wenn dich also die Cookie-Info fragt, ob du Cookies erlauben möchtest, bezieht sich das nur auf First-Party-Cookies.

First-Party Cookies bezeichnen dauerhafte Cookies, die auf dem Rechner gespeichert werden und ihre Gültigkeit erst verlieren, wenn das ihnen zugewiesene Verfallsdatum abgelaufen ist. Das Wort „Party“ bezieht sich auf die Domain, von welcher das Cookie stammt. Im Gegensatz zu Third-Party Cookies, stammen First-Party Cookies für gewöhnlich vom Webseitenbetreiber selbst. Sie sind damit von Browsern nicht domainübergreifend zugänglich. Beispielsweise vergibt Webseite A ein Cookie A, welches von Webseite B aber nicht erkannt wird, sondern nur von Webseite A wiedererkannt werden kann. Daten können so nicht an Dritte weitergegeben werden.

Quelle

Als Leser dieses Blogs würdest du mir (und dir) einen großen Gefallen tun, dabei auf “erlauben” zu klicken. Warum?

Jedem Seitenaufruf kann geholfen werden

Ich gehe die Statistiken regelmäßig durch, um nachzusehen was ihr euch auf diesem Blog anschaut. Und ich kann erkennen, dass gestern jemand bei Google nach dem „Summer Madness“ Mixtape von Hulk Hodn & Twit One gesucht hat, und auf meiner Seite gelandet ist. Natürlich hat er versucht den Mix runterzuladen, und dann gemerkt dass das verlinkte MP3 verschwunden ist. Kein Wunder, bei einem neun Jahre alten Beitrag.

Ich habe das Mixtape eben neu hochgeladen, den Beitrag aktualisiert, und gleich noch an’s neue Design angepasst. Das geht aber nur, wenn ihr die Cookies auch akzeptiert. Nicht alle davon sind böse, sondern helfen mir (und anderen Seitenbetreibern) dabei, auf eure Wünsche und Vorlieben einzugehen.

Wie du als Blogger alte Beiträge aufwerten kannst

Da hier womöglich viele Bloggerkollegen mitlesen, möchte ich euch 1-2 Tools an die Hand geben die ich seit heute selber einsetze, damit ältere Beiträge nicht als Karteileichen verschimmeln. Es gibt für WordPress das Plugin Broken Link Checker, das eigentlich Beiträge die von Lesern besucht werden auf tote Links überprüfen, und euch über diese benachrichtigen soll. Das ist natürlich mit Performanceeinbußen verbunden – wurde aber auch seit 11 Monaten nicht aktualisiert. Bei mir verursacht es direkt bei der Aktivierung einen Fehler; deswegen möchte ich das nicht weiterempfehlen.

1. Broken Link Checker für den Mac: Integrity

Was aber geht, ist die kleine Software Integrity. Ein Programm für den Mac, mit dem ihr eure Seite nach toten Links durchforsten könnt. Je nachdem wie umfangreich eure Seite ist, könnte das eine Weile dauern. Um den Server nicht allzu sehr zu belasten, habt ihr außerdem die Möglichkeit die Anfragen zu beschränken, sowie ein paar andere Einstellungsmöglichkeiten.

Integrity Settings

Anschließend bekommt ihr die Ergebnisse sortiert nach Link, Seite oder Status aufbereitet. Mit dieser Liste kann man dann seine alten Beiträge durchgehen und aktualisieren.

Integrity v8 - Errors

Für dieses Blog werde ich in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, immer mal was von der Liste abzuhaken, und da wo es möglich ist die Beiträge zu aktualisieren. Insbesondere die alten Mixtapes gammeln bei mir – versteckt auf irgendwelchen Festplatten – rum, und warten darauf nochmal gehört zu werden. Es lohnt sich, die alten Dinger nochmal vorzukramen, und wieder aufzulegen. Das Summer Madness Mixtape hat mir eben nochmal ein dickes Grinsen beschert, als „In The Hood“ von DJ ‘D lief. Mucke wird halt nicht alt.

Aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) dürfen wir Content externer Anbieter nicht mehr ohne deine Zustimmung hier einbinden, da dabei u.U. persönliche Daten von dir an YouTube übertragen werden. Welche das genau sind, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung. Durch einen Klick auf den unteren Button erklärst du dich damit einverstanden.
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Direktlink

2. Auf alte Beiträge hinweisen

Je nachdem welches Theme ihr für WordPress verwendet, ist das Erstellungsdatum eines Beitrags entweder nur sehr klein, am Ende des Beitrags, oder (im schlimmsten Fall) gar nicht erwähnt. Der Besucher weiss also unter Umständen gar nicht, dass die Informationen in dem jeweiligen Beitrag überholt sein könnten.

Wenn ihr schon eine Weile dabei seid, könnte es Sinn machen das Plugin Aged Content Message von Caspar Hübinger zu installieren. Das stellt Beiträgen die älter als X Jahr(e) sind automatisch eine kleine, anpassbare (und nebenbei bemerkt sehr hübsche!) Nachricht vor, die den User auf das Alter des Beitrags hinweist. Auch dieses Plugin wurde seit 2 Jahren nicht aktualisiert – läuft aber nach meiner eigenen und Caspars Erfahrung immer noch einwandfrei.

Aktion Re-Upload

Wenn ihr solche alten Beiträge aktualisiert, macht Gebrauch von dem ins-Tag, den HTML mitbringt. Dann wissen die Besucher und auch die Suchmaschinen standardkonform Bescheid. Im WordPress-Editor versteckt sich ein entsprechender Button dafür im Text-Editor.

3. Statistiken checken

Egal ob Google Analytics oder Matomo: Statistiken sind nicht nur Schwanzvergleich, sondern können euch auch Aufschluss darüber geben welche Seiten bei euren Besuchern immer noch beliebt sind, und vielleicht mal ein Update verdient haben. Guckt ab und zu mal rein, und besucht die Seite selbst. Wenn ihr wie ich schon einige Themes durch, und mehrere Serverumzüge hinter euch habt, werdet ihr euch vielleicht wundern wie viele Karteileichen in eurem Blog versteckt sind. Zeigt euch von eurer besten Seite, und überarbeitet diese Beiträge. Wer einmal auf eurer Seite landet, soll ja länger bleiben, und im besten Fall wieder kommen.

4. Beitragsbilder aktualisieren

Mit dem Plugin Regenerate Thumbnails könnt ihr eure alten Beitragsbilder automatisch regenerieren lassen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn ihr zwischendurch das Theme gewechselt habt, und die Dimensionen nicht mehr stimmen. Mein Blog ist tatsächlich so alt, dass viele meiner Beiträge von damals noch gar kein Beitragsbild hatten. Nehmt euch die Zeit, für diese Beiträge ein Bild rauszusuchen. Ich persönlich nutze dafür (seit ich mit Flickr mal auf die Fresse gefallen und für ein CC-Bild abgemahnt worden bin) ausschließlich Unsplash. Eine Bilddatenbank, in der ihr frei verfügbare, qualitativ hochwertige Fotos für eure Blogbeiträge findet.

Eine Nennung des Autors und entsprechende Verlinkung ist dort optional, gehört aber in meinen Augen zum guten Ton. Für Chrome gibt es auch die Erweiterung Unsplash Instant, die euch für jeden neu geöffneten Tab ein zufälliges Bild aus Unsplash im Hintergrund anzeigt. Wann immer mir da eins besonders gefällt, setze ich mir einfach ein Like, und kann dann für neue Beiträge aus diesem Pool schöpfen.

New Tab – Unsplash Instant

 

5. Die Kommentarfunktion offen lassen

WordPress bietet euch von Haus aus die Möglichkeit, die Kommentare für Beiträge älter als X zu schließen, um Spam vorzubeugen. Tut das nicht!

Wie aus der Anekdote oben ersichtlich, gibt es immer wieder Leute die (auf welchen Wegen auch immer) auf euren alten Beiträgen landen. Wenn sie eine Frage haben oder sich in die Diskussion einschalten wollen, nehmt ihnen nicht diese Möglichkeit. Kommentare sind mir an dem Blogding das liebste, und sollten wann immer es geht offen und möglichst zugänglich sein.

Investiert die Zeit euch ein gutes (DSGVO-konformes) Anti-Spam Plugin einzurichten, und lasst dem Besucher die Möglichkeit sich einzuklinken. Ich freu mich immer wenn einer von den Hängengebliebenen* in den Kommentaren fragt ob man den 10 Jahre alten Mix noch irgendwo runterladen kann.

Warum wir alle wieder mehr in Blogs kommentieren sollten

Zu guter letzt noch ein nett gemeinter Wink mit dem Zaunpfahl – auch an mich selber: fangt wieder an in Blogs zu kommentieren!

Ich weiss dass ein Zweizeiler bei Facebook schneller getippt ist als ein Kommentar auf einem Blog. Bei Facebook loggt man sich ja kaum noch aus, und bei einem Blog muss man mindestens zwei Felder ausfüllen, bevor man seinen Senf dazu geben kann.

Auch hier kommen wieder die allseits verhassten Cookies ins Spiel: wer sie akzeptiert und einmal einen Kommentar geschrieben hat, muss die ganzen Felder beim nächsten Mal nicht nochmal ausfüllen. Auch dieses Cookie bleibt auf eurem Rechner, und dient nur dazu euch das Leben leichter zu machen.

Außerdem freut der Senf den ihr direkt in die Kommentarspalte schreibt mich und die Kollegen viel härter als ein Like bei Facebook. Euer Blogkommentar bleibt auf diesem Server, generiert kein Benutzerprofil über eure Interessen, und wird nicht an irgendwelche Vermarkter verkauft. Das mag nicht pauschal für alle Blogs gelten, zumindest aber für dieses hier. Und soweit ich das beurteilen kann auch für die, die ich selber gerne lese.

So long, and thanks for all the 🐟

In diesem Sinne, weiter im Programm. Entschuldigt den unnormal langen Titel und das wilde Durcheinander. Ich hätte drei Artikel aus diesem Post machen können, hatte aber den Eindruck dass das alles irgendwie zusammen gehört. Danke an alle die nach 12 Jahren immer noch wieder kommen (auch wenn ihr keine Kommentare schreibt 😁) und danke an alle die sich Cookies gefallen lassen!

Wer auf Beiträge stößt die eine Überholung gebrauchen könnten, oder ein Mixtape schmerzlich vermisst das nicht mehr online ist, möge das einfach unter dem jeweiligen Beitrag in der (auf immer und ewig zugänglichen) Kommentarfunktion kundtun.

* zähle ich mich auch dazu

Photo by Chris Lawton on Unsplash

2 Kommentare

  1. Hi Carsten, vielen Dank für 12 Jahre meist duften Content :) … aber vor allem für deine Hilfsbereitschaft bei technischen Fragen, auf die ich immer zählen konnte.

    (Hier ist ein Bild von einem großen Blumenstrauß)

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