Eine Liebe für Soundsystems

Heute beim Bier am Kiosk hab ich versucht Leuten die damit nix am Hut haben die Liebe zur Soundsystem-Kultur (auf Jamaica?) zu vermitteln. Auch wenn ich noch nie live auf den Inseln zugegen war, kann ich mich – als der empathische Mensch der ich nunmal bin – glaube ich ziemlich gut da rein fühlen. Und für mich persönlich hat das immer ne große Faszination von der Mucke ausgemacht.

Ich verstehe und respektiere und rate die heutige Musikszene, in der man eigentlich nur seinen USB-Stick (vielleicht in zweifacher Ausführung) dabei haben muss, um spontan ein Set von Zaun brechen zu können. Aber mich hat das damals schon mehr gekickt, dass ne Freundin von mir (die damals DnB-Sets aufgelegt hat) dafür immer zwei fette Reisekoffer LPs durch die Bahn zum Klub schleppen musste. Das fand ich (in Anbetracht der Gage) als ein bisschen traurig – hat mir aber auch sehr deutlich gezeigt wie hart die Leute die Musik lieben.

Dagegen steht der Kontrast, wenn heute eine/r von den “Techno-DJs” (die wir ja selber buchen) mit seinem USB-Stick in der Hosentasche anreist. Ich hab nix dagegen, wenn man die heutigen Möglichkeiten nutzt. Mir is egal, ob du mit USB-Stick, CDs, oder Schallplatten auflegst – solange der Sound geil is. Aber ich hab damals schon gedacht “ohgott das arme Mädchen; muss jetzt alleine mit zwei Reisekoffern durch die OVB und zum Club”.

Als der Romantiker der ich nunmal bin, fand ich das aber immer geil. Und wertschätze deswegen auch heute noch DJs die mit Platten auflegen mehr, als die “USB-DJs”. Da musste dir halt sehr genau überlegen, ob der eine Track es dir wirklich wert ist 200g extra zu schleppen.

Genau aus dem gleichen Romantikverständnis kommt glaube ich die Liebe zur Soundsystem-Kultur. Da buchst du als Veranstalter halt auch nicht nur den DJ, der mit seinem USB-Stick an den Start kommt, sondern die ganze Gang. Eine Gang, die ihr ganz eigenes Verständnis davon hat, wie der Sound zu klingen hat. Und die Zeit, Kohle, und Arbeit daran investiert haben, um ihr ganz eigenes Soundsystem auf die Beine zu stellen.

Gerade in der Technoszene ist die Function One ja sowas wie das Nonplusultra. Die liefert klaren Sound, und ist wie gemacht für die harten kurzen klaren Bässe und Hi-Hats. Im Reggae-, Dub-, und Dancehall-Bereich ist ja der wummernde “East-Coast-Bass” fast wichtiger. Da kommt’s halt darauf an, dass das Ding in die Hüfte geht, und die Hose zum vibrieren bringt.

Und gerade deswegen hab ich so viel Liebe für die Soundsystem-Kultur. Egal ob auf Jamaika, in UK, oder hier in Deutschland. Der Fakt, dass die ihre Boxen selber bauen, dass die – wenn man sie bucht – im 3,5 t anreisen, und mit einem Dutzend Mann erstmal die Soundanlage aufbauen. Ich liebe das, wenn die Leute aus Liebe zur Musik schwitzen. Wenn sie ihre ganz eigene Vorstellung von Sound umsetzen..

In diesem Sinne: Nuff respect to all ah di soundsystems all over di world. ❤️👊🏿

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2 Kommentare

  1. Das ist eine sehr dufte Doku von einem schwedischen Soundsystem-Fan. Guck mal bei 59:29. Da steht mein Name. Ich hab die deutschen Untertitel für die DVD geschrieben :)

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